Full text: Kann das Geld abgeschafft werden?

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Zwei Fragen sind also zu beantworten: nach den Grenzen 
des Geldes und nach den Grenzen der geldlosen Wirtschaft; in 
der Fragestellung des DBuchtitels sind sie, der Abkürzung 
wegen, in einem Satz zusammengezogen, nun aber scharf aus- 
einanderzuhalten. 
IL. 
Den tiefsten Wesenskern des Geldes fanden wir in seiner 
Dienerrolle als Vermittler des Marktverkehrs: als Rechen- und 
Umtauschmittel in der entwickelten Konkurrenzwirtschaft, Da 
es hiernach grundsätzlich Mittel zum Zweck ist — „Geld ist, was 
Geldesdienst verrichtet“ —, so ist seine Begrenzung einmal 
durch eben diesen Zweck gegeben, zum anderen durch seine 
Zweckmäßigkeit, d. h. seine Eignung, diesen Zweck zu erfüllen. 
Das Geld würde nicht bloß dann überflüssig werden, wenn der 
Zweck wegfiele, dem es dient, sondern auch dann, wenn der 
Zweck in der geldlosen Wirtschaft ebenfalls und mit nicht mehr 
Aufwendungen erreicht würde. 
ı. Die nächste Frage also: Was ist der Zweck des Geldes? 
Die Antwort ergibt sich aus der oben im ersten Teil gegebenen 
Umschreibung des Begriffs: es dient als Generalnenner der gesell- 
schaftswirtschaftlichen Wertschätzungen (Geldrechnung) und als 
Mittler bei dem allgemeinen Güteraustausch (Geldzahlung) in der 
Marktwirtschaft. Damit sind ohne weiteres gewisse Grenzen 
gesetzt, allerdings nur nach unten; es sind gewisse Wirtschafts- 
typen zu ‘benennen, in denen das Geld noch keine Rolle spielt. 
Es ist seinem Wesen nach bezogen und beschränkt 
a) auf eine Gesellschaftswirtschaft, d. h. eine Wirtschafts- 
ordnung, in der das Ziel des Wirtschaftens — die Deckung des 
menschlichen Lebensbedarfs unter Ausgleich der natürlichen Güter- 
knappheit — in einer gesellschaftlichen Organisation erreicht 
wird: daher ist das Geld in der isolierten Wirtschaft eines 
Einsiedlers sinnlos; 
b) auf eine Verkehrswirtschaft, d.h. auf eine Wirtschafts- 
ordnung, in der die Menschen einzeln oder in Teilverbänden 
(Familie, juristische Körperschaften) als selbständige „Wirtschafts- 
personen“ in Wechselbeziehung treten: daher hat das Geld auch 
keine Stätte in der Hauswirtschaft, weil hier die „Hauskinder“ 
keine Wirtschaftspersonen sind, sondern im Haushalt versorgt 
werden (Familie oder Anstalt: die Tatsache, daß einzelne Haus-
	        
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