Full text : Kann das Geld abgeschafft werden?

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Vollendung übersehen und immer beurteilen, ob das eine oder das andere
Verfahren mehr genußreife Güter gibt. Das ist in den unvergleichlich verwickelteren
 Verhältnissen unserer Wirtschaft nicht mehr möglich‘ (Wirt:
schaftsrechnung, S. 97/98).

Ein weiteres noch ergibt sich aus diesen Darlegungen: daß
der Zweck des Geldes — die Feststellung der gesellschaftlichen
Wertschätzungen und die Erleichterung‘ des Austauschs der Sachgüter
 und menschlichen Dienste — in einer entwickelten gesellschaftlichen
 Wirtschaft immer besteht, gleichgültig wie die betreffende
 Gesellschaft wirtschaftlich organisiert ist. Solange die
Gesellschaftswirtschaft noch nicht Marktwirtschaft war (in dem oben
angedeuteten Sinne, etwa nur Kundenwirtschaft), war der Zweck
des Geldes auch noch nicht gegeben; er erlischt indessen nicht
dadurch, daß die Gesellschaftswirtschaft, welche erst einmal diese
Ausdehnung und Ausgliederung erfahren hat, die Form ihrer
Organisation verändert, indem sie von der Verkehrs- zur Verwaltungswirtschaft
 übergeht. Folglich kann eine Begrenzung des Gelddienstes
 in der entwickelten Gesellschaftswirtschaft, da sie nicht
durch Fortfall des Zweckes zu begründen ist, nur dadurch eintreten,
daß infolge der organisatorischen Veränderungen das Geld nicht
mehr das geeignetste Mittel zu diesem Zwecke ist.
2. Die weitere Frage lautet somit: Was begründet die Eignung
 des Geldes, seinen Zweck zu erfüllen, und welche Umstände
behindern es daran? Hier darf man sagen, daß die beiden
Funktionen des Geldes sich wechselseitig bedingen: weil die Preise
ziffernmäßig in Geld ausgedrückt werden, ist es auch der geeignetste
 Vermittler der Bezahlung dieser Preise; umgekehrt ist dadurch,
 daß ein allgemeines Umtauschmittel vorhanden ist, die beste
Möglichkeit gegeben, die Preise auf die Einheit dieses Gegenstandes
 zu beziehen.
Das letztere betont Mises besonders: „Zwei Bedingungen sind
as, die die Wertrechnung in Geld ermöglichen. Zunächst müssen nicht nur
die Güter erster Ordnung, sondern auch die Güter höherer Ordnung, soweit
sie von ihr erfaßt werden sollen, im Tauschverkehr stehen. Stünden sie nicht
im Tauschverkehr, so würde es nicht zur Bildung von Austauschverhältnissen
 kommen . .. Die zweite Bedingung ist die, daß ein allgemein gebräuchliches
 Tauschmittel, ein Geld in Verwendung steht, das auch im Austausch
 der Produktionsgüter seine Vermittlerrolle spielt. Wäre dies nicht der
Fali, dann wäre es nicht möglich, alle Austauschverhältnisse auf einen einheitlichen
 Nenner zurückzuführen‘‘ (ebenda, S. 97/98).

Damit ist die entscheidende Begrenzung gegeben, die schon
in den voraufgegangenen Kapiteln eine so bedeutsame Rolle spielte‘
            
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