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keinen sichern Anhaltspunkt über den Grosshankcharakter. Hier ist nun
ein äusseres Moment zu Hilfe gekommen. Für die Darstellung des schweize
rischen Bankwesens, wie es hier für die Schweizerische Landesausstellung
vorgenommen wird, wurden als Grossbanken zusammengefasst die im
Kartell schweizerischer Banken vereinigten Handelsbanken.
So ergab sich denn für unsere Gruppe ein Bestand von 92 Banken
auf 31. Dezember 1911.
Allerdings ist auch diese Zusammenstellung noch nicht vollständig.
Es wurden nur diejenigen Institute beigezogen, über die die Schweizerische
Nationalbank seit 1906 eine Bearbeitung der Bilanzen und der Gewinn-
und Verlustrechnung hat vornehmen können. Die allerdings wenigen und
dazu meist kleinen Institute, die so nicht mitgerechnet werden, wären
immerhin nicht imstande, die später gebotenen Zahlen wesentlich zu ver
ändern und die daraus gezogenen Schlüsse zu modifizieren. Dass diese
zahlenmässige Betrachtung in ihrer Vollständigkeit nur bis zum Jahr 1906
zurückreicht, ist allerdings ein Mangel, der aber in Anbetracht, dass früheres
Material nicht vollständig zu beschaffen wäre, nicht zu heben war. Im
Abschnitt über die geschichtliche Entwicklung wird sich immerhin Gelegen
heit bieten, in vielfacher Hinsicht auf frühere Zeiten und Verhältnisse
hinzuweisen. Auch die Zahlen für 1912 konnten nur noch in beschränktem
Masse Verwendung finden.
Diese vorgenommene Abgrenzung nach oben und unten, das heisst
gegenüber den Grossbanken und den Spar- und Leihkassen, brachte es
mit sich, dass die vorliegende Arbeit zum Teil sehr heterogene Institute
umfasst. Wenn trotzdem versucht wird, diese Banken als Ganzes zu
sammenzufassen, so wird dies nur dadurch möglich, dass dabei beständig
auf die grossen Abweichungen bei einzelnen Instituten hingewiesen wird.
Die hier zusammengefassten Banken stellen also nicht etwa einen ein
heitlichen Typus einer schweizerischen Lokal- und Mittelbank dar; sie
sind im Gegenteil vielgestaltig und individuell sehr verschieden. Die
reiche Arbeitsvereinigung, die das schweizerische Bankwesen auszeichnet,
erschwert so eine befriedigende Klassifikation. Und doch dürfte die Arbeit
einigen Aufschluss geben über das schweizerische Lokal- und Mittel
bankwesen in seiner Vielgestaltigkeit, über seine Stellung im
gesamten Kreditsystem und seine Bedeutung für die Volkswirtschaft
unseres Landes.