Die Herrenrolle des
3. Kapitel.
Geldes als Verkörperung von
Kaufkraft.
Es ist schon angedeutet worden, daß die Ablehnung der
Warentheorie des Geldes und des Metallismus einer gewissen Einschränkung
bedarf. Das Geld ist keine Ware und sein Stoffgehalt
unerheblich, soweit man es rein wirtschaftlich betrachtet.
(Grundsätzliches zur Frage der reinen Wirtschaft — als des Inbegriffs
des „Wirtschaftlichen überhaupt“ — vgl. in meinem im
Quellenverzeichnis angeführten Aufsatz.)
Eine jede Ware stellt einen rein wirtschaftlichen Wertverhalt
dar und bildet nur als solche einen Gegenstand des gesellschaftlichen
Verkehrs. Mag sie als Genußgut unmittelbar zur Befriedigung
der menschlichen Lebensbedürfnisse verfügbar sein oder als
Produktions- oder Transportmittel der Überwindung sachlicher
oder örtlicher Güterknappheit dienen, — in beiden Fällen handelt
es sich um Objekte, die in jeder Wirtschaft den Zweck des Wirtschaftens:
die Deckung des menschlichen Lebensbedarfs, erreichen
helfen. Jeder Wirt, ob er isoliert oder in Gemeinschaft mit anderen
wirtschaftet, muß über den augenblicklichen Bedarf hinaus Güter
beschaffen, muß vorsorgen, die später zu leistende Arbeit durch
„vorgetane Arbeit“ erleichtern (Waffen, Werkzeuge, Maschinen).
Die Ware ist nur die verkehrswirtschaftliche Form des Überschußgutes
und damit auf einen rein wirtschaftlichen Tatbestand zurückführbar.
Wie nun aber das Geld? Hat es ebenfalls einen rein wirtschaftlichen
Wertgehalt? Oder ist es nicht vielmehr, nur auf den
Wirtschaftszweck hin betrachtet, ganz bedeutungslos? In der isolierten
Wirtschaft hat es gar keine Stelle: Was sollte ein Robinson
mit Geld anfangen? Aber auch in der gesellschaftlichen Wirtschaft
gewährt es keine „reale Befriedigung“ (Knapp). Bei keiner der
rein wirtschaftlichen Leistungen ist es von Nutzen: Es ist kein