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Werkzeug der.Arbeit, und durch sein Sparen kann der Bestand
der Wirtschaftsgüter auch nicht verändert werden; Geld zu „ris-
kieren“, ist rein wirtschaftlich überhaupt sinnlos, da ja gar nichts
dabei aufs Spiel zu setzen ist, wenn nicht gerade der Geldstoff.
Das Geld kann nicht wie die Wirtschaftsgüter durch seinen Ge-
brauch oder Verbrauch genutzt werden, sondern nur durch seine
Entäußerung, seinen Umtausch gegen Waren. Nicht „real“,
sondern „zirkulatorisch“ befriedigt es, nicht auf die — rein wirt-
schaftliche — Beschaffung und Verwendung der Güter übt es
unmittelbar einen Einfluß, sondern es erleichtert nur die Ver-
teilung in der Form des Austausches, Nicht die Gesamtheit der
Tauschenden, sondern den Einzelnen fördert es, kraft der gesell-
schaftlichen Geltung als Umtauschmittel und Preismaß. Wenn
man es als Ware ansieht, so ist das nicht der Ausfluß gesell-
schaftswirtschaftlicher, sondern „privatwirtschaftlicher“ Interessen.
In der Gesamtwirtschaft (sog. Volkswirtschaft) spielt das Geld
nur eine Dienerrolle, als Vermittler des Güteraustausches am
Markt; in der Einzelwirtschaft aber ist es Herr, weil‘ sein
Besitz die ideale Möglichkeit uneingeschränkten Umtausches gegen
real nutzbare Wirtschaftsgüter gewährt, Für den Einzelwirt
bedeutet Geld „Kaufkraft“; denn Geldbesitz gibt ihm —
Rechtsordnung und Gewohnheit stützen diesen Glauben — im
Marktverkehr überall und stets die Möglichkeit seines Umtausches
gegen Sachgüter (Waren) oder menschliche Dienste unter einem
generell und zahlenmäßig bestimmten Verhältnis der auszu-
tauschenden Mengen (dem durch ein Vielfaches der Geldeinheit
ausgedrückten Preis). Auf Grund dieser seiner vorwiegend jJuri-
stisch-sozialpsychologischen Bedeutung ist das Geld der „nervus
rerum“ der Einzelwirtschaft. Einem rein wirtschaftlich wertlosen
Ding wird durch staatlichen Rechtssatz oder auch nur Sstill-
schweigende gesellschaftliche Übereinkunft ein Verkehrswert bei-
gelegt, der für die am Wirtschaftsverkehr beteiligten Einzelwirte
die größte Wichtigkeit erlangt. Rein wirtschaftlich ist der
„Geldwert“ eine (gesellschaftstechnisch begründete) Fiktion;
das wird aber zumeist vergessen, weil die Einzelwirtschaft durch
ihn wie durch eine unbezweifelbare Realität beherrscht wird.
Wenn ich mit Geld — oder, wie wir sagen, „in“ Geld — rechne, so
wäge ich nur den Umfang meiner subjektiven Kaufkraft ab. Wenn
ich Schulden mit Geld abzahle, so wird meine Leistung wiederum
als eine „Anweisung auf Güter“ (Bendixen) angenommen. Und
wenn ich selber die Kaufkraft am Markte spielen lasse. wenn ich