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nalen „Geldkapitals“ vom konkreten Realkapital betont worden.
Das Geld ist auch hier durchaus nicht nur die „Form“ einer bestimmten
Gütermenge und das Gelddarlehen etwa bloß ein verschleierter
Warenkredit. Kredit heißt: Verzicht auf die gegenwärtige
Nutzung von Gütern im „Vertrauen“ auf zukünftige erhöhte
Nutzungsmöglichkeiten. Was wird nun beim Gelddarlehen
kreditiert? Waren in Geldform? Oder nicht vielmehr abstrakte,
nominale Kaufkraft, die es „dem Inhaber ermöglicht, jederzeit in
den Besitz von Realkapital in jeder beliebigen Form zu gelangen“
(Cassel, Sozialökonomie, S. 379)? Das gerade ist ja auch der
Unterschied des Geldes von den Geldsurrogaten: Der Wechsel ist
mit dem Geschäft verknüpft, aus dem heraus er entstanden ist;
eben wegen dieser kausalen Bedingtheit besitzt er nur beschränkte
Verkehrsfähigkeit, ist er bloß Geldsurrogat, das erst in richtiges
Geld umgesetzt: diskontiert werden muß. Dem Gelde sieht man
es niemals an, ob es „Kreditmittel“ ist; denn alles Geld ist heut
Kreditgeld, der Geldwert ist kein natürlicher Sachgehalt, sondern
eine gesellschaftliche Fiktion, und aller Geldverkehr beruht auf
dem Vertrauen der Wirtschaftspersonen zu der'im Geld verkörperten
1ominalen Kaufkraft, Die Kaufkraft der Geldbesitzer steigt oder
fällt je nach dem Verhältnis von Geldstrom und (Güterstrom, —
das ist die einzige Art der Verknüpfung des Geldes mit den Sachgzütern,
also auch dem Realkapital.
Wicksell löst mit Bezug hierauf sogar den Warenkredit,
d. h. die Stundung des Kaufpreises beim Umsatz von Waren, in einen „mit
einem Gelddarlehen verbundenen Barkauf und -verkaut“ auf, da anderen-'alils
ja ‚,dasselbe,oder ein identisches Warenquantum zurückerstattet werden
müßte mit Zinsen darauf‘ (S. 94). Auch Amonn will den Kreditbegriff
ausschließlich mit dem des Geldes verknüpfen und ‚die reine Sachleihe jedenfalls
aus dem nationalökonomischen Kreditbegriff ausschließen‘ (S. 422).
Treibt Amonn hier den kapitalistischen Glauben an das allein seligma-;hende
Geld auf die Spitze, so ist doch die nach der entgegengesetzten Richung
gewandte Stephingersche Scheidung zwischen Geld und „Kreditmittel‘‘
ebenso unhaltbar. Als „Geld im vollsten Sinne“ bezeichnet Stephinger
nur ‚das Metallgeld; das Papiergeld ist schlechtes Geld, weil
‚mmer die Gefahr besteht, daß es zum bloßen Kreditmittel wird“ (Theorie,
5. 128). „Es ist immer ein großer Spielraum von Gütern vorhanden, der
in Bedarfszeiten vom Staat mittels Ausgabe uneinlöslicher und mit Zwangskurs
versehener Noten zur Geldschöpfung herangezogen wird ... Wird
der Spielraum überschritten, so vermindert sich die stoffliche Grundlage
und das Geld wird zum versteckten Kreditmittel‘“ (ebenda, S. 119). Demgegenüber
ist nur die Frage aufzuwerfen, ob Stephinger die neuerlings
ausgegebenen Reichsbanknoten und Kassenscheine nicht für Geld
ansieht, und wo er in diesem Falle die Grenze ziehen will. Mit Recht weist
Cohn, Kann das Geld abgeschafft werden?