Zweiter Teil.
Die Abschaffung des Geldes.
L Abschnitt.
Die völlige Aufhebung des Geldwesens.
4. Kapitel,
Die GroBnaturalwirtschaft.,
a
Die vorstehende Untersuchung unserer Vorfrage erlaubt es,
die nunmehr zu beantwortende Hauptfrage noch schärfer zu
fassen, als es in der Einleitung möglich war.
ı. Dort bereits wurden die Fragen der Möglichkeit und der
Zweckmäßigkeit der Geldabschaffung auseinandergehalten. Die
Bedeutung dieser Unterscheidung wird erst jetzt völlig klar, nach-
dem das Wesen des Geldes in seiner gesellschaftswirtschaftlichen
Dienerrolle als Vermittler des Marktverkehrs gefunden worden
st. Es könnte sein, daß seine Dienste — Preismessung und Um-
:auschvermittlung — nicht geradezu unentbehrlich sind, seine Ab-
schaffung‘ also denkbar ist. Damit ist indes noch nicht gesagt,
daß es überflüssig ist; es kann seine Beibehaltung für das Wirt-
schaftsleben immerhin förderlicher sein als seine Beseitigung, trotz
der scheinbaren Entlastung des Verkehrs. Es genügt also nicht,
unsere Frage auf die bloße „theoretische“ Denkbarkeit einer geld-
losen Wirtschaft abzustellen, sondern deren praktische Gestaltung,
wie die Geldreformer sie vorschlagen, muß eingehend geprüft
werden.
2. Dazu kommt noch die Notwendigkeit einer Erweiterung
der Fragestelluhg. Es wurde oben darzulegen versucht, daß
nicht das Wesen des Geldes, sondern das Unwesen, das man mit
ihm treibt, ihm seinen problematischen Charakter verleiht. Das
läßt vermuten, daß die angeblich auf die gänzliche Abschaffung
des Geldes abzielenden Reformvorschläge sich vielleicht in Wahr-