Full text: Kann das Geld abgeschafft werden?

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Zwischen diesen beiden Extremen gibt es nun eine große Menge 
kommunistischer Projekte — zum Teil hat man sie auch durchzu- 
führen versucht —, bei deren Verwirklichung man stets mehr oder 
weniger ins Fahrwasser des Zentralismus oder des Anarchismus 
hinübergleiten muß: Tugan faßt diese Vorschläge unter dem 
Namen des Föderalismus zusammen. 
„Der zentralistische Sozialismus erfordert eine einheitliche Organi- 
sation der gesamten Volkswirtschaft im Rahmen des Staates (als Ideal der 
ganzen Welt) in ein harmonisches Ganzes, dessen Teile untereinander in 
strengster Übereinstimmung stehen müssen... Der föderalistische 
Sozialismus leugnet im Gegenteil prinzipiell die Notwendigkeit der Vereini- 
zung einzelner sozialistischer Gemeinden zu einem geschlossenen Ganzen ... 
Die Einheit des föderalistischen Sozialismus ist die sozialistische Gemeinde 
Kommune), die sich nach Möglichkeit auf alle Arbeitsarten erstreckt, und 
deren Wirtschaft in bedeutendem Maße Naturalwirtschaft ist. Sie verarbeitet 
mit eigenen Mitteln den größten Teil der mannigfaltigen Produkte, die von 
ihren Mitgliedern konsumiert werden‘ (S. 132/133). 
Auch hier ist das Kennzeichen der kommunistischen Wirt- 
schaft gegeben: insofern, als nicht nur die Produktionsmittel im 
Besitz der Gemeinde sind, sondern auch die Konsumptionsgüter 
„nur zum Zweck der Konsumption den einzelnen Personen zur 
Verfügung gestellt werden; was diejenigen Gegenstände betrifft, 
die nicht auf einmal konsumiert werden, z. B. Wohnräume oder 
Möbel, so können sie den einzelnen Personen nur während ihrer 
Benutzung gehören“ (Tugan, S. 134). Es besteht auch hier, wie 
Anton Menger es ausdrückt, „gemeinsames Eigentum verbunden 
mit gemeinsamer Nutzung“ (Recht, S. 155). 
Die Grundsätze des föderalistischen Kommunismus hat zuerst Ro- 
jert Owen vertreten (in der „Neuen Moralischen Welt‘, 1838); streng 
1ält er am wirtschaftlichen „absoluten Gleichheitssystem‘‘ fest, an der 
‚Entlohnung gemäß den Bedürfnissen und nicht gemäß den Fähigkeiten‘ 
(Gide-Rist, S. 269), und fordert — wie später Kropotkin — autar- 
kische Kleinsiedlungen (nach den Angaben Muckles, I, S. 47, höchstens 
800—1500 Morgen mit 300—2000 Personen). Praktisch durchgeführt wurden 
diese Grundregeln in den nordamerikanischen Kommunistenge- 
meinden, die in der zweiten Hälfte des vorigen Jahrhunderts gegründet 
wurden und zum Teil heute noch bestehen: „In den Eintrittsverträgen, 
welche jedes in eine Kommunität neu eintretende Mitglied unterzeichnen 
muß (Covenants), verspricht die Kommunität, daß sie den Eintretenden 
und seine Familie mit den Lebensbedürfnissen versehen, die Kinder erziehen 
und die Arbeitsunfähigen erhalten werde; dagegen verspricht das eintretende 
Mitglied für sich und seine Familie, daß es die Wohlfahrt der Kommunität 
durch seine Arbeit nach Kräften fördern werde ... Ausdrücklich wird ver- 
ainbart. daß kein Mitglied, wenn es aus der Kommunität austritt, irgend eine
	        
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