werden. Diese können nur soviel begehren, wie sie als Produzenten geleistet
haben: das Quantum des Begehrs steht danach fest. Aber das Qua le?
‚., Daß unter gleichen Bedingungen — physiologischen, klimatischen, sozi-
alen — die Bedürfnisse „im allgemeinen bei jedermann eine gleiche Reihen-
{olge bilden‘, mag zutreffen; aber wieviel verschiedene Produktionspläne
— z. B. für die verschiedenen Altersklassen, für die Bewohner der Berge,
4er Ebenen, der Meeresküsten, für die Bevölkerung der verschiedenen Zonen
— müßte das vielgeschäftige „Zentralorgan‘‘ ausarbeiten!‘” (II, S. 100).
Um diesen grundlegenden Mangel auszugleichen, gibt es
zw ei Möglichkeiten, aber auch nur diese beiden: entweder man
gibt den Grundsatz des Rechts auf den vollen Arbeitsertrag bei
der Lohn- und Preisfestsetzung auf und regelt die Verteilung nach
dem Spiel von Angebot und Nachfrage, — oder man sagt
sich von der Freiheit der Arbeit und des Konsums los und geht
zum Kommunismus über. Der Kollektivismus ist auch in der
objektivistischen Form wegen seiner Einseitigkeit als Wirtschafts-
ardnung undenkbar.
Engels schon konnte sich der Bedeutung der „Nutzeffekte der
verschiedenen Gebrauchsgegenstände . . gegenüber (!) den zu ihrer Her-
stellung nötigen Arbeitsmengen‘“ nicht ganz verschließen (S. 335), und
Schäffle hat in Verfolg dessen durch Hereinziehung des „besonderen
and wechselnden Gebrauchswertes aller Einzelarbeiten‘ die Arbeitsgeld-
theorie im entscheidenden Punkte aufgegeben. Er sicht klar, daß man auch
im „Sozialistenstaate‘“ das Recht auf den vollen Arbeitsertrag nicht ver-
wirklichen kann, weil „vom Kollektivprodukt abginge, was für das Gemein-
wesen gebraucht wird, also in öffentlichen Nutzen übergeht: z. B. für Ersatz
and Verbesserung aller kollektiven Produktionsmittel, für Schutz, Ordnungs-
wesen, Erziehung und öffentliche Anstalten anderer Art... Es wäre um -
gekehrt wie heute: Das Ganze würde nicht durch Steuern aus dem
Privateinkommen schöpfen, sondern den Einzelnen einen nicht zu veräußern-
den, sondern zu verzehrenden Teil der Produkte und Bedarfe seinerseits
zusteilen. Organe des Gemeinwesens wären ja an Stelle konkurrierender und
steuernder Privaten getreten, um die Masse des Zwischenstoffwechsels zu
vestimmen und zu leiten‘ (Bau, III, S. 334)-
Dietzel und Adler führen im einzelnen aus, wie nur der un-
nittelbare Zwang — namentlich der Arbeitszwang — oder fortdauernde
Lohn- und Preisverschiebungen das Mißverhältnis von Vorrat und Bedarf
ausgleichen können: „Soll das Gesamtprodukt nicht übergroßen Schaden
‚eiden, so muß dem Sozialwillen das Recht zustehen, die Individuen hin und
herzuschieben wie Marionetten‘‘ (Dietzel, II. S. ı12; ebenso Adler,
S. 71).
Auch Adolph Wagner darf hier nicht unerwähnt bleiben,
Er beginnt seinen „‚Exkurs‘“ über das Arbeitsgeld mit der Erinnerung, „daß
lie folgerichtige Entwicklung der sozialistischen Gedankengänge zu einer
‚naturalen‘ Verteilung in einem sozialistischen Wirtschafts-
system führen müßte, d. h. zu einer solchen, in welcher nicht nur die Wert-
anteile jedes Genossen...autoritativ festgestellt, son-