Full text: Die obligatorische Krankenversicherung

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DRITTER TEIL 
KAPITEL II 
DAS FINANZIELLE GLEICHGEWICHT 
$ 1. — Die finanzielle Unabhängigkeit 
Im vorausgehenden Kapitel haben wir gesehen, an welche 
Personen oder Personengruppen die soziale Pflichtkrankenver- 
sicherung sich wendet, um die ihr notwendigen Mittel aufzubrin- 
gen. Es gilt nun, die allgemein angewandten Methoden zu 
beschreiben, um die Einnahmenhöhe zu bestimmen und den 
wiederkehrenden. Gesamtbeitrag, der auf jeden Versicherten 
entfällt, zu bewerten 1, 
Eine Untersuchung dieser Art beruht natürlich auf einer For- 
derung, die übrigens in allen den Ländern erfüllt ist, die für diesen 
Bericht in Frage kommen, nämlich auf der finanziellen Unab- 
hängigkeit der Versicherungseinrichtung. Man braucht diesen 
Ausdruck nicht in dem Sinne der vollständigen. Freiheit in der 
Änanziellen Geschäftsführung zu verstehen. Es ist damit einfach 
gemeint, dass der Versicherungsträger hinsichtlich der Rechnungs: 
führung eine eigene Persönlichkeit besitzt. Die Unabhängigkeit 
kann übrigens eingeräumt sein entweder der Gesamtheit der im 
Staatsgebiet tätigen Anstalten, die ihre finanziellen Ergebnisse 
zu einer einzigen Rechnung verschmelzen, oder jedem der für 
die Durchführung des Gesetzes geschaffenen Träger, von denen 
jeder für sich sein eigenes finanzielles Gleichgewicht aufrechtzu- 
erhalten hat. 
Wir werden uns jetzt nicht mit der Untersuchung der sehr 
wichtigen Folgen beschäftigen, die sich für die Durchführung der 
Versicherung aus der Art ergeben, nach welcher man örtlich und 
zeitlich die mit finanzieller Selbständigkeit ausgestatteten Crunnpen 
1 Zur Abkürzung sagen wir statt ‚auf jeden Versicherten entfallender Bel 
trag“ „Beitrag des Versicherten ‘‘, Nach den Erklärungen des vorausgehen- 
den Kapitels wird der Leser den Sinn dieser Bezeichnung nicht missverstehen 
and ihn nicht gleichbedeutend erachten mit ‚, Beitrag ausschliesslich zu Lasten 
das Versicherten ‘%.
	        
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