Indirekte Einwirkungen.
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daß das Gold eine extraktive Industrie ist. Es ist dem Gesetz der
zunehmenden Kosten unterworfen oder, wie es oft ausgedrückt wird dem
Gesetz der abnehmenden Erträge“. Wenn eine Grube nur mittelmäßig
ausgebeutet wird, so werden die Produktionskosten für eine Unze Gold
geringer sein, als wenn sich die Ausbeutungsweise ihrer vollen Produktions
fähigkeit nähert, und es wird hierbei immer eine Normalstufe der Ausbeutu
geben, auf der die Kosten per Unze so beschaffen sind, daß eine Überschrei
tung dieser Ausbeutungsstufe die erhöhte Produktionstätigkeit kaum ren
tabel erscheinen läßt. Es verlohnt sich, die Produktion bis zu dem Punkte
auszudehnen, wo die Ertragssteigerung die entstandenen Mehrkosten ge
rade deckt, weiter aber nicht. Der Bergwerksuntemehmer kann unab
sichtlich oder zeitweilig über das beabsichtigte Ziel hinausschießen oder es
nicht vollständig erreichen. Solche Irrtümer werden ihn aber nur anspornen
derartige Fehler wieder gut zu machen und die Goldproduktion neigt immer
einem Gleichgewichtszustände zu, in welchem die Grenzkosten der Produktion
(unter Hinzurechnung des Zinses) dem Wert des Produktes gleich sind
Dies bestätigt sich immer, ob die Produktionskosten nun in Gold
selbst gemessen oder ob sie in irgendeiner anderen Ware wie Weizen oder
in Waren im allgemeinen, oder in irgendeiner anderen beliebigen absoluten“
Wertnorm ausgedrückt werden. In Ländern mit Goldwährung berechnen
die Bergwerksbesitzer die Kosten der Goldproduktion in Gold Von
ihrem Standpunkte aus ist es eine überflüssige Anstrengung, die Produktions
kosten und den Wert des Produktes in ein anderes Wertmaß als Gold zu über
tragen. Sie haben em Interesse an dem Verhältnis zwischen den beiden
und dieses Verhältnis wird durch die Wahl des Wertmaßes nicht beeinflußt
Um die Kosten und den Wert von Goldgeld in Weizen zu übertragen
braucht man nur die Kosten und den Wert durch den in Goldgeld ausgedrückten
Preis des Weizens zu dividieren. Eine solche Änderung in der Methode,
Kosten und Wert auszudrücken, beeinflußt ihr Verhältnis zueinander nicht'
Um es deutlich zu machen, wie der Goldproduzent alles in Gold
sätzen bemißt, wollen wir nun annehmen, daß das Preisniveau steigt. An
genommen, daß die Preissteigerung sich auf Löhne, Maschinerie, Brenn
materialien und andere Unkosten der Goldproduktion bezieht, hat der Gold
produzent dann mehr Dollar für Löhne, Maschinerie, Heizung usw. zu
zahlen, während die für sein Produkt erlangten Preise (in eben denselben
Dollar ausgedrückt) wie immer unverändert bleiben. Umgekehrt erniedrigen
sich bei einem Fallen des Preisniveaus seine Produktionskosten (in Dollar
bemessen), während der Preis seines Produktes noch immer derselbe ist J )
x ) Siehe Mill, Principles of Political Economy, III. Teil, IX. Kap. § 2
Fisher, Kaufkraft des Geldes. 0