Full text : Die Kaufkraft des Geldes

zur  äußersten  Linken  befindet,  und  daß  schließlich  ein  permanentes  Gleichgewicht ­
  hergestellt  worden  ist.  Wir  haben  bereits  gesehen,  daß  das
Niveau  des  Goldes  niedriger  und  das  des  Silbers  höher  wird  als  zuvor.
Wieviel  niedriger  oder  höher,  hängt  offenbar  von  den  technischen  Bedingungen ­
  der  der  Sachlage  entsprechenden  Produktion  und  Konsumtion
ab.  Es  ist  natürlich  nicht  undenkbar,  daß  das  Goldniveau  soviel  niedriger
und  das  Silberniveau  soviel  höher  sein  kann,  daß  ihr  relativer  Stand  sich  umkehrt, ­
  d.  h.  daß  das  Niveau  des  Goldes  höher  wird  als  das  des  Silbers.  In
diesem  Falle  ist  es  aber  ganz  unmöglich,  daß  sich  der  Film  /  auf  der  linken
Seite  befindet.  Das  nun  billigere  Gold  flösse  in  die  Zirkulation  und  verdrängte ­
  das  Silber.  Unter  den  von  uns  angenommenen  Bedingungen  kann
der  Film  auf  keinem  der  beiden  Extreme  bleiben.  Befindet  er  sich  zur
Kochten,  so  ist  das  Silber  billiger  als  Gold  und  wird  den  Film  veranlassen
nach  links  zu  gehen;  gelangt  er  auf  die  linke  Seite,  so  wird  das  Gold  billiger
als  das  Silber  und  der  Film  wird  nach  rechts  getrieben.  Unter  diesen  Umständen ­
  muß  das  Gleichgewicht,  wie  in  Figur  7b,  offenbar  zwischen  diesen
Extremen  liegen.  Die  Produktions-  und  Konsumtionsbedingungen,  unter
denen  der  Bimetallismus  erfolgreich  sein  kann,  sind  daher:  1.,  daß  unter  dem
Silber-Monometallismus  ein  Golddollar  im  Gleichgewicht  billiger  als  ein  Silberdollar ­
  ist,  und  2.,  daß  unter  dem  Gold-Monometallismus  das  Silber  billiger
als  Gold  zu  stehen  kommt.  Deshalb  muß  ein  bimetallisches  Niveau,  wenn
der  Bimetallismus  durchführbar  sein  soll,  stets  zwischen  den  Niveaus  liegen,
w'elche  die  beiden  Metalle  unter  Gold-Monometallismus  angenommen  haben
würden,  bei  welchem  Gold  und  nicht  Silber  das  Umlaufsmittel  ist,  und  aus
denselben  Gründen  muß  es  zwischen  den  Niveaus  liegen,  welche  die  beiden
Metalle  unter  Silber-Monometallismus  haben  würden,  bei  dem  Silber  und
nicht  Gold  das  Umlaufsmittel  ist 1 ).  In  unserer  ganzen  Beweisführung
haben  wir  ein  gesetzliches  Wertverhältnis  zwischen  den  beiden  Metallen
angenommen.  Der  zu  dem  einen  Verhältnis  unmögliche  Bimetallismus  ist
aber  stets  zu  einem  anderen  möglich.  Es  wird  stets  zwei  begrenzende  Relationen ­
  geben,  zwischen  denen  der  Bimetallismus  möglich  ist 2 ).
Es  ist  klar,  daß  die  Grenzen  für  eine  Nation  enger  als  für  mehrere  Nationen ­
  sind,  da  das  Umlaufsmittelreservoir  für  eine  Nation  kleiner  ist  als  für
viele,  während  die  Reservoirs  der  industriellen  Verwendungen  virtuell  um
die  Quantität  der  monometallischen  Umlaufsmittel  der  übrigen  Nationen
größer  sind.  Wenn  der  Bimetallismus  bei  einem  gewissen  Wertverhältnis
r )  Es  braucht  aber  nicht  notwendig  zwischen  dem  Währungsniveau  unter  dem  Gold-Monometallismus
  und  seinem  Niveau  unter  dem  Silber-Monometallismus  zu  liegen.
*)  Siehe  §  2  des  Anhanges  zu  diesem  Kapitel  (VII).
            
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.