Full text: Die Kaufkraft des Geldes

Einwirkung der Geldsysteme auf die Kaufkraft. 
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In dem soeben erörterten Falle ist der Wert des geprägten Silbers dem 
Werte des Goldes zur gesetzlichen Relation gleich. Genau dasselbe Prinzip kann 
auf eine jede Geldart, deren Münzwert größer ist als der Wert des Materiales, 
welches das Geld konstituiert, angewandt werden. Betrachten wir z. B. 
das Papiergeld. Solange es das unterscheidende Merkmal des Geldes hat 
- allgemeine Annahme zum gesetzlichen Werte - und in seiner Quantität 
beschränkt ist wird der Wert desselben gewöhnlich dem des gesetzlichen 
Äquivalentes in Gold gleich sein. Wenn die Quantität dieses Papiergeldes 
unbegrenzt zunimmt, so wird es allmählich das ganze Gold hinausdrängen 
und das Geldreservoir völlig ausfüllen, genau so wie das Silber unter dem 
Bimetallismus es tun würde, wenn seine Produktion in genügend großen 
Quantitäten erfolgte. In gleicher Weise würde Kreditgeld und Kredit in 
Form von Bankdepositen diese Wirkung ausüben. Soweit sie in Gebrauch 
sind verringern sie die Nachfrage nach Gold, setzen dessen Wert als Geld 
herab und führen dazu, daß mehr Gold in die industriellen Verwendungs 
gebiete oder in andere Länder zieht. 
Solange die Quantität des Silbergeldes oder des Zeichengeldes wie 
z. B. des Papiergeldes zu gering ist, um das Gold vollständig zu verdrängen, 
wird das Gold in Zirkulation verbleiben. Der Wert des anderen Geldes kann 
in diesem Fall nicht unter den des Goldes sinken. Denn sollte dies geschehen, 
so würde dieses andere Geld, zufolge des Greshamschen Gesetzes, das Gold 
verdrängen, was wir mangels genügender Quantität als nicht ausführbar 
angenommen haben. Die Parität zwischen Silbermünzen und Gold ist daher 
unter der hinkenden Währung nicht notwendigerweise von einer Einlösbar 
keit in Gold abhängig, sondern sie kann allein aus einer Einschränkung in 
der Quantität der Silbermünzen resultieren. Eine solche Einschränkung 
genügt gewöhnlich, um eine Parität trotz der Nichteinlösbarkeit zu be 
haupten. Dies trifft indessen nicht immer zu; denn wenn die Leute 
zu irgendeiner Form uneinlösbaren Papieres oder Geldwertzeichen das 
Vertrauen verlieren, selbst wenn nicht zuviel davon ausgegeben worden 
ist, kann es im Werte sinken und in Geldform beinahe ebenso billig sein 
als sein Rohstoff. Ein Mann ist, solange er das Vertrauen hat, daß 
jeder andere willens ist, dasselbe zu tun, bereit, Geld zum Nennwerte an 
zunehmen. Dieses Vertrauen kann aber schon durch die bloße Befürchtung, 
daß eine zu starke Ausgabe erfolgt ist, erschüttert werden. Der Empfänger 
einer Zahlung, der unter gewöhnlichen Umständen sich allem Gelde, das 
gebräuchlich und gesetzmäßiges Zahlungsmittel ist, duldsam unterwirft, 
kann dann mitsprechen und auf einer „vertraglichen Abdingung“ der
	        
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