Einwirkung der Geldquantität und anderer Faktoren auf die Kaufkraft usw. 121
G und G'. Sodann wollen wir beweisen, daß diese Verdoppelung von G und G’
unter normalen Umständen nicht U, V oder die Q, sondern nur die p
verändert. Die Verkehrsgleichung verlangt oder widerspricht diesen Behaup
tungen an sich nicht.
Denn nach der Verkehrsgleichung allem können sogar die Quantitäten
des Geldes und der Depositen umgekehrt wie ihre respektiven Umlaufs-
geschwindi°keiten variieren. Träfe dies zu, so würde eine Zunahme
der Geldquantität in einer Herabsetzung der Umlaufsgeschwindigkeit ihre
ganze Wirkung erschöpfen und könnte keinen Einfluß auf die Preise ausüben.
Wenn die Gegner der „Quantitätstheorie“ ein solches Verhältnis herstellen
könnten so würden sie, ungeachtet der Verkehrsgleichung, ihre Sache be
wiesen haben. Sie haben aber nicht einmal den Versuch gemacht, eine
solche Behauptung zu beweisen. Denn tatsächlich hängt die jeweilige
Geschwindigkeit des Geld- und Depositenumlaufes von technischen Be
dingungen ab und steht in keiner sichtbaren Beziehung zu der in Zirkulation
befindlichen Geldmenge. Die Umlaufsgeschwindigkeit ist die Durch
schnittsrate des „Umsatzes“ und hängt von unzähligen Einzel-Ümsatzraten
ab Diese wiederum sind, wie wir gesehen haben, von individuellen Ge
wohnheiten abhängig. Jede Person reguliert ihren Umsatz nach eigenem
Ermessen. Eine gegebene Umsatzrate für eine Person umfaßt eine ge
gebene Umsatzzeit — das heißt, eine Durchschnittszeitdauer, während
welcher z. B. ein Dollar in ihren Händen bleibt. Dieser Umsatzzeit wird
durch Anpassung der Durchschnittssumme des Taschengeldes oder des
Kassengeldes Rechnung getragen, um die Ausgaben begleichen zu können.
Einerseits herrscht das Bestreben, nicht zu geringe Geldsummen bereit
zuhalten, um nicht gelegentlich unnötig in Verlegenheit zu geraten, und
anderseits sucht man zu vermeiden, zuviel Geld bei sich zu haben, um der
Unbequemlichkeit des Mitsichschleppens, dem Zinsverlust und der Gefahr der
Beraubung aus dem Wege zu gehen. Die Anpassung des Geldbetrages an
den individuellen Bedarf kann natürlich nur eine ungefähre sein, die meist
vom Zufall des Augenblickes abhängt; aber für die Dauer und für eine
große Anzahl von Menschen ist die Durchschnitts-Umsatzrate, oder, was
auf dasselbe hinausläuft, die Durchschnittszeit, während welcher Geld
in denselben Händen bleibt, eine ganz genau bestimmte. Sie hängt ab
von der Bevölkerungsdichte, von Verkehrsgewohnheiten, der Transport-
Schnelligkeit und anderen technischen Bedingungen, nicht aber von der
Quantität des Geldes und der Depositen oder vom Preisniveau. Diese
können sich ohne irgendwelche Wirkung auf die Geschwindigkeit ver
ändern. Wenn die Quantitäten des Geldes und der Depositen verdoppelt