Full text : Die Kaufkraft des Geldes

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VIII.  Kapitel.

herumkommen,  daß  der  größte  Teil  des  Geldes  nicht  im  Handel  verausgabt,
sondern  in  den  Banken  deponiert  wird.  Jetzt  sind  es  die  Bankiers,  deren
Depositen  auf  diese  Weise  plötzlich  anschwellen,  die  sich  bemühen,  den
Überschuß  an  Bargeld  los  zu  werden.  Kein  Bankier  will  Reserven  unbenutzt ­
  daliegen  haben  und  ein  jeder  trachtet,  erhöhte  Reserven  zur  Basis
einer  Erweiterung  des  Geschäftsumfanges  zu  machen  und  weitere  Depositen ­
  aufzunehmen.  Wir  haben  gesehen,  daß  diese  Tendenz  letzten  Endes
in  der  Wahrung  der  relativen  Beträge  der  folgenden  drei  Elemente  resultiert:
des  in  Zirkulation  befindlichen  Geldes,  des  Bankreservengeldes  und  der  auf
diese  Reserven  gegründeten  Depositen.  Eine  Verdoppelung  des  Geldes  der
bürgerlichen  Gesellschaft  bedeutet  demnach  1.  eine  Verdoppelung  des  in
Zirkulation  befindlichen  Geldes,  2.  des  Geldes  in  den  Banken  und  3.  der
auf  dieses  Geld  gegründeten  Depositen.  Binnen  kurzer  Zeit  wird  diese  Verdoppelung ­
  auch  noch  eine  Verdoppelung  der  Preise  bedeuten,  denn  solange
die  Preise  nicht  doppelt  so  hoch  wie  die  früheren  sind,  herrscht  dasselbe
Phänomen  des  unbequemen  Zuviels.  Privatpersonen,  Geschäftsleute,
Bankiers  usw.  tun  ihr  möglichstes,  um  sich  von  dem  Überschuß  zu  befreien
und  ihre  Bemühungen  nach  dieser  Richtung  haben  notwendigerweise  die
Tendenz  zu  einer  Steigerung  der  Preise  zur  Folge.  Wenn  aber  die  Preise
auf  das  Doppelte  ihres  ursprünglichen  Niveaus  gestiegen  sind,  wird  das  Bestreben, ­
  sich  von  dem  Überfluß  an  Bargeld  zu  befreien,  aufhören,  weil  es
dann  kein  überflüssiges  Bargeld  mehr  gibt.  Angesichts  der  Tatsache,  daß
die  Preise  doppelt  so  hoch  sind  als  die  früheren,  und  daß  die  Leute,  die  das
doppelte  Geld  bei  sich  führen,  durchschnittlich  auch  doppelten  Lohn  oder
doppeltes  Einkommen  haben,  werden  die  auf  diese  Weise  geschaffenen
30  Dollar  pro  Kopf  der  Bevölkerung  nicht  mehr  als  zuviel  betrachtet.
Während  also  die  Durchschnittsperson  $  300  auszugeben  und  einen  Durchschnittsbetrag ­
  von  $  15  zur  Verfügung  zu  halten  pflegte,  so  wird  sie  nun
$  600  ausgeben  und  einen  Durchschnittsbetrag  von  $  30  bei  sich  führen.
Die  Anpassung  der  $  30  zu  den  $  600  ist  genau  dieselbe  wie  die  frühere
Anpassung  der  $  15  zu  den  $  300.  In  jedem  der  beiden  Fälle  beträgt  das
Verhältnis  1  :  20,  woraus  hervorgeht,  daß  das  Individuum  sein  Geld  im
Durchschnitt  jährlich  20mal  umsetzt.  Letzten  Endes  äußert  sich  also  eine
Verdoppelung  der  Quantität  des  Geldes  nicht  in  einer  Störung  der  Umlaufsgeschwindigkeit, ­
  sondern  in  einer  Erhöhung  des  allgemeinen  Preisniveaus. ­

Es  ist  erwähnenswert,  daß  das  hier  angenommene  Beispiel,  abgesehen
von  Einzelheiten,  genau  das  darstellt,  was  sich  nach  Entdeckung  neuer  Goldminen ­
  tatsächlich  ereignet.  Die  Goldproduzenten  wandeln  ihr  Erzeugnis
            
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