Einwirkung der Geldquantität und anderer Faktoren auf die Kaufkraft usw. 129
zu betonen, weil es nicht Geringeres als einen Skandal in der volkswirtschaft
lichen Wissenschaft bedeutet, wenn über einen so grundlegenden Satz Anlaß
zum Streite bestehen sollte.
Die Quantitätstheorie, wie sie hier aufgestellt ist, behauptet nicht, daß,
während das Geld an Quantität zugenommen hat, nicht auch andere Ursachen
<7, U, U' und die Q beeinflussen können, durch welche die Wirkung von G
auf die p erhöht oder neutralisiert wird. Dies sind aber keine Wirkungen
von G auf die p. Soweit G allein in Betracht kommt, ist dessen Wirkung auf
die p eine strikt proportionale.
Die Bedeutung und Realität dieses Satzes wird durch die Tatsache
nicht im geringsten beeinträchtigt, daß diese anderen Ursachen geschicht
lich nicht im Hintergründe bleiben und uns erlauben, die Wirkung einer
Zunahme in G lediglich auf die p wahrzunehmen. Die Wirkungen von G
sind mit solchen, die durch die Veränderungen anderer Faktoren der Ver
kehrsgleichung hervorgerufen werden, verbunden, und zwar genau so,
wie die Wirkungen der Schwere auf einen fallenden Körper mit den Wir
kungen der Widerstandskraft der Luft verbunden sind.
Schließlich ist zu beachten, daß in Übereinstimmung mit den früher
erklärten Prinzipien eine große Zunahme des Geldes (G) in irgendeinem
Lande oder Landesteile nicht stattfinden kann, ohne daß sie sich auf andere
Länder und Distrikte ausbreitet. Sobald die lokalen Preise soweit gestiegen
sind, daß der Verkauf von Waren, die zu niedrigen Preisen irgendwo anders
eingekauft werden, wegen der an dem betreffenden Platze herrschenden
hohen Preise lohnend erscheint, wird Geld exportiert. Die Produktion von
Gold in Kolorado und Alaska hatte zunächst zur Folge, daß die Preise in
Kolorado und Alaska stiegen. Durch die Weiterversendung des Goldes rief
sie dann eine Preissteigerung in anderen Teilen der Vereinigten Staaten
hervor. Der Export nach anderen Kontinenten ergab endlich eine Preis
erhöhung in der ganzen goldverbrauchenden Welt.
§3.
Wir haben auf die Tatsache Nachdruck gelegt, daß die streng propor
tionale, durch eine Zunahme in G hervorgebrachte Wirkung auf die Preise
nur die normale oder leidliche Wirkung ist, nachdem die Übergangsperioden
vorüber sind. Der Satz, daß die Preise mit dem Gelde variieren, be
stätigt sich nur bei einem Vergleich zweier hypothetischer Perioden, in
welchen die Preise feststehend bleiben oder sich in gleichem Verhältnisse
auf- oder abwärts bewegen.
Fisher, Kaufkraft des Geldes.
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