Full text : Die Kaufkraft des Geldes

130

VIII.  Kapitel.

Was  die  Übergangsperioden  anbelangt,  so  haben  wir  gesehen,  daß  eine
Vermehrung  in  G  nicht  nur  auf  die  p  eine  Wirkung  ausübt,  sondern  auf  alle
Größen  der  Verkehrsgleichung.  Im  vierten,  von  den  Übergangsperioden
handelnden  Kapitel  sahen  wir,  daß  diese  Vermehrung  G'  nicht  nur  im  normalen ­
  Verhältnis  zu  G  erhöht,  sondern  häufig  zeitweilig  über  dieses  Verhältnis ­
  hinaus.  Ebenso  haben  wir  gefunden,  daß  eine  Zunahme  in  G  zeitweilig ­
  auch  U  und  TJ'  beschleunigt.
Während  sich  TJ  und  ü'  gewöhnlich  in  gegenseitiger  Übereinstimmung
bewegen,  so  können  sie  sich,  wenn  eine  Panik  das  Vertrauen  in  Bankdepositen ­
  herabsetzt,  wie  bereits  früher  erwähnt,  in  entgegengesetzter
Richtung  bewegen.  Dann  wird  so  schnell  wie  möglich  mit  Depositen  und
so  langsam  wie  möglich  mit  Geld  ausgezahlt  —  letztgenannte  Tendenz
wurde  „Thesaurieren“  genannt.
Auch  haben  wir  gefunden,  daß  eine  Zunahme  in  G  während  einer  Preissteigerungsperiode ­
  die  Q  anspornt.  Und  schließlich  sahen  wir,  daß  ein  Abnehmen
  in  G  die  entgegengesetzten  Wirkungen  hervorruft,  indem  es  U  und
V  vermindert,  G'  nicht  allein  absolut  genommen,  sondern  auch  im  Verhältnis ­
  zu  G  verringert  und  die  Q  vermindert,  teils  wegen  der  Abneigung,  zu
niedrigen  Geldpreisen,  die  nur  als  vorübergehend  angenommen  werden,  zu
verkaufen,  teils  wegen  eines  bei  Verkäufen  stattfindenden  partiellen  Ersatzes ­
  von  Verkäufen  durch  Akte  des  Tauschhandels;  denn  wenn  G  ganz
plötzlich  reduziert  werden  sollte,  so  würde  irgendein  Weg  ausfindig  zu  machen
sein,  den  Handel  im  Gange  zu  halten,  und  es  würde  trotz  der  Nachteile  des
Tauschhandels  zeitweilig  zu  diesem  Zuflucht  genommen  werden.  Dies  würde
einige  Erleichterung  schaffen,  doch  würden  die  damit  verbundenen  Nachteile
die  Verkäufer  veranlassen,  Geld  zu  verlangen,  wenn  immer  die  Möglichkeit
hierzu  vorhanden  ist,  und  weiterblickende  Käufer  würden  sich  rechtzeitig  mit
Geld  versorgen.  Die  starke  Nachfrage  nach  Geld  würde  dessen  Wert  in  die
Höhe  treiben  —  das  heißt,  die  Preise  anderer  Dinge  herabsetzen.  Das  so  sich
ergebende  Sinken  der  Preise  würde  die  zur  Erledigung  der  nötigen  Geschäfte
erforderlichen  Umlaufsmittel  zulänglich  erscheinen  lassen  und  somit  den
Tauschhandel  weniger  notwendig  machen.  Das  Fallen  der  Preise  würde
anhalten  bis  der  dem  Nachteil  des  Tauschhandels  zuzuschreibende  abnorme
Druck  aufhört.  Tatsächlich  ist  jedoch  in  der  heutigen  Welt  selbst  eine
solche  zeitweilige  Zuflucht  zum  Tauschhandel  ohne  besondere  Bedeutung.
Die  Annehmlichkeit  des  Austausches  durch  Geld  ist  soviel  größer  als  die  des
Tauschhandels,  daß  die  Preisanpassung  fast  sofort  geschieht.  Wenn  der
Tauschhandel  als  ein  Mittel  zur  Erleichterung  einer  Geldknappheit  ernstlich
in  Erwägung  gezogen  werden  muß,  so  lassen  wir  ihm  volle  Gerechtigkeit
            
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.