Full text : Die Kaufkraft des Geldes

Einwirkung  der  Geldquantität  und  anderer  Faktoren  auf  die  Kaufkraft  usw.  139

Die  Quantität  des  Geldes  kann  nicht  erhöht  werden.  Es  kommt  kein
Geld  aus  dem  Ausland,  denn  wir  haben  gesehen,  daß  ein  Platz  mit  hohen
Preisen  das  Geld  vertreibt.  Die  Konsequenz  einer  Erhöhung  der  Preise  in
den  Vereinigten  Staaten  würde  sein,  daß  die  Geschäftsleute  in  den  Vereinigten ­
  Staaten,  woselbst  die  Preise  hoch  sind,  verkaufen  und  den  Geldgewinn ­
  nach  anderen  Erdteilen  nehmen,  um  dort  zu  kaufen,  wo  die  Preise
niedrig  sind.  Es  ist  ebenso  schwierig,  Geld  in  ein  Land  mit  hohen  Preisen
strömen  zu  lassen  wie  zu  bewirken,  daß  das  Wasser  bergauf  fließt.
Aus  ähnlichen  Gründen  kommt  auch  kein  Geld  auf  dem  Wege  der  Münzstätten ­
  ins  Land.  Da  das  Barrengold  und  die  Goldmünzen  in  bezug  auf
Güter  ursprünglich  denselben  Wert  hatten,  so  haben  die  Goldmünzen  nach
der  angenommenen  Preisverdoppelung  die  Hälfte  ihrer  Kaufkraft  verloren.
Niemand  wird  Barrengold  zur  Münzstätte  bringen,  wenn  er  dabei  die  Hälfte
des  Wertes  verliert.  Umgekehrt  führen,  wie  wir  in  einem  früheren  Kapitel
gesehen  haben,  hohe  Preise  zur  Einschmelzung  der  Münzen.
Endlich  wird  der  Goldbergbau  durch  hohe  Preise  nicht  gefördert,  sondern
im  Gegenteil,  entmutigt.  Auch  wird  die  Konsumtion  von  Gold  durch  hohe
Preise  nicht  entmutigt,  sondern  gefördert.  Alle  diese  Tendenzen  sind  in  ihren
Einzelheiten  erörtert  worden.  Jeder  Grundsatz,  der  die  Verteilung  des
Geldes  unter  die  Nationen  bestimmt,  (die  Verteilung  des  Geldmetalls  zwischen
die  Gebiete  der  Gelderzeugung  und  der  industriellen  Verwendung  oder  die
Produktion  und  Konsumtion  von  Metallen)  arbeitet  genau  dem  entgegen,
was  eintreten  müßte,  wenn  das  Geld  sich  den  Preisen  anpassen  sollte  und
nicht  die  Preise  dem  Gelde.
In  gleicher  Weise  ist  es  sinnwidrig,  anzunehmen,  daß  hohe  Preise  die
Quantität  der  Depositen  (G')  erhöhen.  Wie  wir  gesehen  haben,  würde  die
Wirkung  eine  Verringerung  der  Quantität  des  in  Umlauf  befindlichen  Geldes
((?)  sein;  aber  dieses  Geld  ist  doch  die  Basis  der  Depositenumlaufsmittel
(C?'),  und  die  Verminderung  des  ersteren  hat  daher  eine  Verminderung  der
letzteren  zur  Folge.  Eine  Reduzierung  von  G  und  G'  hat  nicht  die  Tendenz,
die  von  uns  willkürlich  angenommenen  hohen  Preise  zu  heben,  sondern  im
Gegenteil  herabzudrücken.
Eine  Berufung  auf  die  Geschwindigkeiten  (U  und  U')  gewährt  ebensowenig ­
  Befriedigung.  Diese  sind  bereits  adjustiert  worden,  um  sich  der
individuellen  Bequemlichkeit  anzupassen.  Sie  zu  verdoppeln,  mag  keine
Physische  Unmöglichkeit  sein,  würde  aber  sicher  eine  große  Unannehmlichkeit ­
  bedeuten.
Es  bleibt  nun  noch  als  letzte  Hoffnung,  daß  die  hohen  Preise  das
Handelsvolumen  (die  Q)  vermindern.  Wenn  aber  alle  Preise  einschließlich  der
            
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