Full text : Die Kaufkraft des Geldes

Statistischer  Nachweis.  Allgemeiner  historischer  Rückblick.

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1.  Von  1789  bis  1809  fand  ein  rasches  Steigen  der  Preise  statt.  In
dieser  Zeit  bewegte  sich  die  von  Jevons  aufgestellte  Indexziffer  von  85  bei
Goldwährungspreisen  auf  157,  oder  in  Papierwährung  ausgedrückt,  auf  161 1 ).
Das  heißt,  es  trat  tatsächlich  innerhalb  zwanzig  Jahren  eine  Verdoppelung
der  Preise  ein.  Diese  Steigerung  war  die  Folge  der  Zunahme  der  Goldund
  Silberbestände,  die  wiederum  der  starken  Produktion  dieser  Metalle
zuzuschreiben  war,  die  im  Vergleich  zu  den  vorherigen  und  nachherigen
Perioden  zu  jener  Zeit  herrschte.  Besonders  groß  war  die  Silbererzeugung  *  2 ).
Die  Napoleonischen  Kriege,  die  den  Wohlstand  untergruben  und  störend
auf  den  Handel  einwirkten,  machten  sich  wohl  in  gleicher  Weise  geltend 3 ).
2.  Von  1809  bis  1849  fielen  die  Preise.  Der  Jevons’schen  Bemessung
nach  sanken  sie  von  157  in  Goldwährung  oder  161  in  Papierwährung  auf  64.
Das  heißt,  es  trat  innerhalb  vierzig  Jahren  ein  Fallen  der  Preise  um  mehr  als
die  Hälfte,  oder  genauer,  bis  zu  zwei  Fünftel  ein.  Aller  Wahrscheinlichkeit
nach  wurde  dieses  Fallen  der  Preise  durch  den  Stillstand  in  der  Produktion
der  Edelmetalle  veranlaßt,  der  zur  Folge  hatte,  daß  die  angesammelten  Bestände ­
  mit  dem  Geschäftsvolumen  nicht  gleichen  Schritt  hielten;  tatsächlich ­
  blieben  die  Gesamtbestände  stationär,  während  der  Umfang  der  Geschäfte ­
  zunahm.  Selbst  die  Entwicklung  des  Banknotenwesens  genügte
nicht,  um  der  steigenden  Zunahme  des  Geschäftumfanges  zu  entsprechen.
Interessant  ist  die  Beobachtung,  daß  diese  Periode  des  Sinkens  der  Preise
durch  ein  nach  dem  Jahre  1833  eintretendes  zeitweiliges  Steigen  unterbrochen ­
  wurde,  das  sich  Jevons  nicht  zu  erklären  vermochte.  Anscheinend
war  dieses  Steigen  dem  von  Rußland  einströmenden  Golde  zuzuschreiben,
da  ja  zu  jener  Zeit  (im  Jahre  1830)  in  Sibirien  Goldfunde  gemacht  wurden  4  * ).
3.  Von  1849  bis  1873  war  (jedoch  mit  zwei  großen  Unterbrechungen)
ein  Steigen  der  Preise  zu  verzeichnen.  Den  von  Sauerbeck  ergänzten  Jevonsschen
  Zahlen  gemäß  6 )  stiegen  die  Preise  von  64  auf  86  und  nach  den  Sauer  -
beckschen  Zahlen  allein  von  74  auf  111.  Demnach  stiegen  die  Preise  in
U  Jevons,  Investiqations  in  Currency  and  Finance,  London  (Macmillan),  1884
S.  144.
a )  Siehe  Magee,  „World’s  Produktion  of  Gold  and  Silver“,  Journal  of  Political  Econ
 °my,  Januar  1910,  S.  54,  56.
3 )  Siehe  Harrison  H.  Brace,  Gold  Production  and  Future  Prices,  New  York  (Bankers’
Publishing  Co.)  1910,  S.  16  und  17.
4 )  Price,  Money  and  its  Relation  io  Prices,  S.  112.
s )  Dieses  Steigen  wird  gefunden,  indem  man  zu  Jevons’  Tabelle,  die  mit  1856  schließt,
e me  mutmaßliche  Zahl  (86)  für  1873  hinzufügt,  die  im  selben  Verhältnis  zu  der  Zahl  (78)
für  1865  ausgerechnet  ist,  in  der  Sauerbecks  Ziffer  (111)  für  das  Jahr  1873  zu  seiner
Ziffer  (101)  für  1865  steht.

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