Full text : Die Kaufkraft des Geldes

Statistischer  Nachweis.  Allgemeiner  historischer  Rückblick.

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ausgegebenen  Assignaten 1 ).  Im  Dezember  1789  erfolgte  die  erste  Ausgabe ­
  dieser  Geldanweisungen  in  Höbe  von  vierhundert  Millionen  Franken,
deren  Wert  ausdrücklich  durch  den  der  Nation  gehörenden  Grundbesitz
als  gedeckt  gelten  sollte.  Die  Noten  gelangten  im  April  1790  zur  Ausgabe
und  trugen  3  Prozent  Zinsen.  Dem  ursprünglichen  Projekte  zufolge  waren
alle  für  Landeigentum  in  Zahlung  empfangenen  Assignaten  zu  verbrennen.
Aber  die  ursprünglichen  Absichten  scheint  man  bei  der  Ausgabe  von  Papiergeld ­
  nie  verwirklichen  zu  können.  Statt  dessen  wurden  hundert  Millionen
in  Form  kleiner  Noten  aufs  neue  ausgegeben.  Die  Preise  begannen  alsbald
zu  steigen.  Im  Juni  des  Jahres  1791  erfolgte  eine  weitere  Ausgabe  von
sechshundert  Millionen,  worauf  sofort  ein  Disagio  in  Höhe  von  8  bis
10  Prozent  zu  verzeichnen  war.  Binnen  kurzer  Zeit  verschwand  das  Metallgeld. ­
  Im  Dezember  1791  wurden  weitere  dreihundert  Millionen  Franken
verausgabt.  Februar  1792  standen  die  Assignaten  über  30  Prozent  unter  Pari.
Im  darauffolgenden  April  erschien  ein  Dekret  zur  Ausgabe  von  weiteren
dreihundert  Millionen,  der  im  Juli  eine  Ausgabe  in  der  Höhe  des  gleichen
Betrages  hinzugefügt  wurde.  Beinahe  alle  Preise  waren  sehr  hoch,  die  Löhne
hingegen  scheinen  auf  dem  Niveau  von  1788  geblieben  zu  sein.  Mit  dem
14.  Dezember  1792  waren  dreitausendvierhundert  Millionen  Franken  in
Assignaten  ausgegeben  worden,  von  denen  sechshundert  Millionen  verbrannt
und  zweitausend  achthundert  Millionen  in  Zirkulation  belassen  wurden.  Zur
Festsetzung  von  Maximalpreisen  erlassene  Gesetze  wurden  umgangen.  Im
Jahre  1796  erreichten  die  insgesamt  ausgegebenen  Geldanweisungen  die
Summe  von  fünfundvierzig  Milliarden  Franken,  von  denen  sechsunddreißig
Milliarden  zirkulierten.  Im  Februar  dieses  Jahres  betrug  der  Wert  eines
Gold-Louisdors  von  25  Franken  7200  Franken  in  Assignaten  und  letztere
galten  y 288  ihres  Pariwertes.  Hierauf  wurde  eine  neue  Art  Papiergeld,  die
sogenannten  Mandate,  ausgegeben,  die  aber  alsbald  auf  5  Prozent  ihres
Nominalwertes  fielen.  Zuletzt  wurden  die  Mandate,  die  sich  auf  fünfundzwanzighundert ­
  Millionen  beliefen,  sowie  die  sechsunddreißig  Milliarden
Assignaten  vom  Publikum  zurückgewiesen  und  somit  vollständig  wertlos.
§9.
Die  Erschütterungen  Englands  durch  die  Ausgabe  uneinlösbaren  Papiergelds ­
  waren  weniger  heftiger  Natur.  Unter  dem  Drucke  der  Napoleonischen  i)

i)  Über  die  folgenden  Tatsachen  siehe  Andrew  D.  White,  Paper  Money  Inflation
in  France,  Economic  Tracts,  Nr.  VII,  Nr.  3  der  Serie,  1882.
            
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