Full text : Die Kaufkraft des Geldes

Das  Problem,  die  Kaufkraft  stabiler  zu  gestalten.

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Veränderungen  selbst  noch  viel  wünschenswerter.  Es  sind  verschiedene
Methoden  vorgeschlagen  worden,  einem  Verändern  der  Preise  vorzubeugen  und
es  sollen  zunächst  diejenigen  Erwägung  finden,  die  insbesondere  bei  säkularen
Preisveränderungen  anzuwenden  sind  und  hierauf  jene,  die  insonderheit  mehr
für  die  Preisveränderungen  passen,  die  mit  den  Kreditzyklen  Zusammenhängen. ­
  Die  säkularen  Preisveränderungen  sind,  wie  wir  gesehen  haben,
in  der  Hauptsache  auf  die  Veränderungen  im  Gelde  und  im  Handel  zurückzuführen. ­
  Schon  seit  Jahrhunderten  vollzieht  sich  ein  Wettlauf  zwischen
Geldmenge  und  Handelsvolumen,  was  auch  noch  für  kommende  Jahrhunderte ­
  zu  erwarten  steht.  Von  den  Resultaten  dieses  Wettlaufes  hängt
gewissermaßen  das  Wohl  und  Wehe  eines  jeden  Geschäftsmannes  ab.  Durch
eine  Reihe  historischer  Ereignisse,  die  mit  dem  Geeignetsein  dieses  oder
jenes  Metalles  als  stabile  Währung  in  nur  geringer  oder  gar  keiner  Verbindung ­
  stehen,  ist  die  Handelswelt  mehr  und  mehr  der  Goldwährung  in  die
Hände  geliefert  worden.  Es  ist  nicht  zuviel  gesagt,  daß,  soweit  die  Frage
monetärer  Stabilität  in  Betracht  kommt,  wir  geradeso  zufällig  auf  die  Goldwährung ­
  gekommen  sind,  wie  wir  von  der  früher  gebräuchlichen  Kutsche
auf  die  gegenwärtige  Eisenbahnspurweite  gekommen  sind,  und  gerade  so
wie  wir  durch  den  Zufall  zehn  Finger  zu  haben,  auf  das  Dezimalzahlensystem ­
  verfielen,  ohne  irgendwelche  Beziehung  zu  der  Frage  numerischer
Annehmlichkeit,  in  der  ihm  andere  Rechensysteme  überlegen  sein  würden.
Seitdem  wir  nun  eine  Goldwährung  angenommen  haben,  ist  es  beinahe
ebenso  schwer,  eine  andere  an  ihre  Stelle  zu  setzen,  wie  wenn  man  die  russische ­
  Eisenbahnspurweite  oder  das  Duodezimalzahlensystem  einführen
wollte.  Und  die  Tatsache,  daß  die  Goldwährungsfrage  heutzutage  so  sehr
eine  internationale  Frage  ist,  gestaltet  sie  um  so  schwieriger.  Gleichwohl,
wie  der  Geologe  Professor  Shaler  gesagt  hat,  „ist  es  wahrscheinlich,  daß  innerhalb ­
  weniger  Jahrzehnte  zur  Bemessung  von  Werten  einige  andere  Mittel
werden  ausfindig  gemacht  werden,  als  die  aus  alten  Zeiten  stammenden
Methoden,  diese  Werte  gegen  eine  Substanz  abzuwägen,  deren  Angebot  ein
übermäßiges  ist“  1 ).
Ich  will  nicht  versuchen,  eine  unmittelbare  Lösung  dieses  großen  Weltpi'oblems,
  für  Gold  einen  Ersatz  zu  finden,  vorzuschlagen.  Bevor  ein  solches
Goldersatzmittel  gefunden  werden  kann,  sind  weitgehende  Untersuchungen
und  eine  Belehrung  des  Publikums  erforderlich.  Hier  wird  nur  der  Zweck
verfolgt,  auf  die  Notwendigkeit  einer  Nachforschung  und  Aufklärung  hinzuweisen, ­
  sowie  auf  die  Prüfung  bereits  vorgeschlagener  Lösungen  auf  merk-*)

  Man  and  the  Earth,  New  York  (Duffield),  1906,  S.  62.
            
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