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XIII. Kapitel.
Allerdings könnte das Preisniveau seitens der Regierung durch eine
lediglich zu diesem Zweck gesetzlich angeordnete Regulierung der Geldzulieferung
fast absolut stabil erhalten werden. Ein anscheinend einfaches
Mittel, dahin zu gelangen, besteht in der Ausgabe uneinlöslichen Papiergeldes,
das mit der Zunahme des Handelsverkehrs in ein solches Verhältnis
gebracht würde, daß das Gesamtquantum der in Zirkulation befindlichen
Umlaufsmittel, multipliziert mit seiner Schnelligkeit, mit den Gesamtgeschäften
zu der einen Zeit dasselbe Verhältnis einhielte, wie zu jeder anderen
Zeit. Wenn das Vertrauen der Bürger bewahrt bliebe und dieses Verhältnis
aufrecht erhalten würde, so bedürfte das Problem keiner weiteren Lösung.
Traurige Erfahrungen haben aber gelehrt, daß uneinlösbares Papiergeld,
wenn es auch theoretisch imstande ist, die Preise stabil zu erhalten,
in der Praxis so gehandhabt werden kann, daß es gerade Preisschwankungen
herbeiführt. In fast jedem Lande gibt es eine aus Schuldnern und Schuldner -
ähnlichen Klassen bestehende Partei, die eine Herabsetzung des Geldes
begünstigt. Daher ist jederzeit eine Bewegung möglich, die dahin zielt, ein
zur Aufrechterhaltung der Stabilität dienendes System in einfachen Inflationismus
umzukehren. Sobald eine Regierung über ein Papierumlaufsmittel
Gewalt hat, das zum Golde oder zum Silber in keinerlei Beziehung
steht, wird immer ein Vorwand zu einer zu starken Ausgabe von Papiergeld
zu befürchten sein.
Wenn es in Friedenszeiten auch gelingt, dem beharrlichen Drängen
nach Inflation Widerstand zu leisten, so ist es doch zweifelhaft, ob dies auch
in Kriegszeiten der Fall sein würde. Zur Zeit eines Krieges können viele
plausible Motive geltend gemacht werden, namentlich der dringende
Bedarf für Staatszwecke. Die Lehren der Geschichte unseres eigenen Landes
sind in dieser Hinsicht keineswegs beruhigend. Es ist daher ganz natürlich,
daß solche Systeme sich einen schlechten Ruf erworben haben. Tatsächlich
ist er so schlecht gewesen, daß von vielen Seiten impulsiv der Schluß gezogen
wurde, die „Quantitätstheorie“, an die man zur Ermöglichung der
Preismanipulationen seitens der Regierung appellierte, sei in ihren Grundlagen
ungesund. Die Erfahrung hat jedoch gelehrt, daß das befürchtete
Übel sich nicht immer zu verwirklichen braucht.
Eine andere Methode, wie die Regierung das Preisniveau theoretisch
stabiler gestalten könnte, besteht darin, daß das Bargeld auf ein Edelmetall,
z. B. auf Gold, beschränkt, und die Quantität dieses Metalles im Umlaufs -
mittel durch das System einer Münzgebühr reguliert wird. Wenn also die
Goldlieferungen aus den Minen zunehmen und das Gold die Tendenz zeigt
im Werte zu sinken, dann könnte der Wert der Goldmünze durch Zahlung