Full text: Die Kaufkraft des Geldes

Das Problem, die Kaufkraft stabiler zu gestalten. 
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Preise zu geschehen hätte; dieser Preis würde der Entscheidung des (unter 
3. erwähnten) Statistischen Amtes gemäß von Zeit zu Zeit festgesetzt werden; 
3. die Funktion, diesen amtlichen Goldpreis dem Preisniveau gemäß festzu 
setzen. Es könnte ein internationales Statistisches Amt, sagen wir im Haag, 
eingerichtet werden, wo dies von Beamten in ganz mechanischer Weise zu 
vollziehen wäre. Die Obliegenheiten dieses Bureaus würden in der Er 
mittelung der Preisindexnummern bestehen, was in der üblichen Weise ge 
schehen könnte, und sodann würde der Marktpreis des Goldes durch diese 
Indexnummer zu dividieren sein. 
Wenn zum Beispiel nach Ablauf eines Jahres, nachdem das System 
in Betrieb gesetzt wurde, das Statistische Bureau findet, daß die Preise 
um 1 % gestiegen sind, so würde dieses Bureau zur Neutralisierung dieses 
Steigens eine offizielle Erklärung an das Bureau, das die Umlaufsmittel 
reguliert, abgeben, die den offiziellen Goldpreis substantiell um ein Prozent 
niedriger stellt als der herrschende Marktpreis beträgt. Das Publikum 
wird sodann zu diesem billigen Preise von der Regierung Barrengold 
kaufen und dagegen Kurantgeld abtreten. Das Umlaufsmittel wird 
dadurch vermindert und die allgemeinen Preise werden fallen, bis Gold 
nicht mehr verlangt oder bis ein neuer offizieller Goldpreis deklariert wird. 
Sollte der nächste amtliche Goldpreis über dem Marktpreis zu stehen kommen, 
so hätte die Regierung Gold einzukaufen und auf diese Weise einen Teil 
der früher eingezogenen Umlaufsmittel wieder auszugeben oder, falls es 
erforderlich wäre, eine Neuausgabe von Kurantgeld vorzunehmen. 
In dem vorstehend entworfenen Vorschlag wird ein einziger Goldpreis 
aufgestellt, zu dem die Regierung zu kaufen oder zu verkaufen bereit sein 
muß. Es wäre indessen praktisch von großem Vorteil, wenn zwei Preise 
aufgestellt würden, die voneinander etwas differieren und zwar dergestalt, 
daß der höhere für den Verkauf und der niedrigere für den Einkauf gilt. 
Die Idee eines Preispaares rührt von Ricardo her 1 ). Wie wir gesehen haben, 
wird dieser Modus auch in der Golddevisenwährung analog den „Gold 
punkten“ angewandt. Obgleich das österreichische Papierumlaufsmittel 
gewöhnlich als uneinlösbar gilt, so wird es doch durch ein ähnliches Ab 
kommen auf gleichem Werte mit dem Gold gehalten. Unter diesem Ab 
kommen ist die Österreichisch-Ungarische Bank stets bereit, Gold zum 
Preise von 3278 Kronen 2 ) per Kilo zu kaufen und Golddevisen auf London 
feiner etwas höheren Rate zu verkaufen. 
l ) Proposals jor an Economical and Secure Currency, 2. Aufl., London (Murravi 
!816, S. 26. 
*) Siehe L. V. Mises, „The foreign exchange policy of the Austro-Hungarian Bank“ 
Economic Journal, Juni 1909, S. 201.
	        
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