Full text: Die Kaufkraft des Geldes

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Anhang zum II. Kapitel. 
Anhang zum II. Kapitel. 
§ 1 (zum II. Kapitel, § 3). 
Der Begriff eines Mittelwertes. 
In der Theorie wie in der Praxis sind Mittelwerte von so großer Be 
deutung, daß es angezeigt erscheint, eine kurze Darlegung ihrer Grund 
begriffe hier einzuschalten, um so mehr, als den Lesern volkswirtschaftlicher 
Werke so wenig über diesen Gegenstand zu Gebote steht 1 ). 
Es gibt zahlreiche Arten von Mittelwerten. Von diesen sind besonders 
die arithmetischen, geometrischen und harmonischen Mittel zu nennen, von 
denen es wieder viele verschiedene Varietäten gibt. Das einfache arithmetische 
Mittel einer bestimmten Reihe von Gliedern wird gefunden, indem man die 
Summe der Einzelwerte durch deren Anzahl dividiert. Nehmen wir z. B. 
an, daß der Durchschnitt von 2 und 8 gefunden werden soll. Er beträgt 
(2 8) 10 
unzweifelhaft —' = — = 5. Dieser Mittelwert wird tatsächlich am 
a a 
häufigsten verwendet. 
Das einfache geometrische Mittel erhält man, wenn man alle Glieder 
miteinander multipliziert und aus dem Produkt diejenige Wurzel zieht, 
die der Anzahl der Glieder entspricht. Der geometrische Durchschnitt von 
2 und 8 beträgt demnach /2 x 8 oder 4. 
Das einfache harmonische Mittel einer beliebigen Anzahl von Gliedern 
ist der reziproke Wert des arithmetischen Mittels ihrer reziproken Werte. 
1 
Für 2 und 8 beträgt es demnach \ oder 3£. 
2 
Das gewogene arithmetische Mittel ist eine Modifikation des einfachen 
arithmetischen Mittels. Setzen wir den Fall, daß die mittlere Höhe von 
zwei Baumgruppen gefunden werden soll, von denen die eine Gruppe aus 
hohen und die andere aus niedrigen Bäumen besteht. Die Höhe der einen 
Gruppe beträgt 8 und die der anderen 2 Meter. Das einfache arithmetische 
Mittel ist, wie wir gesehen haben, 5. Dieses Mittel behandelt aber beide 
Groppen als gleichbedeutend. Wir wollen aber annehmen, daß die Zwei 
metergruppe aus zwanzig und die Achtmetergruppe aus zehn Bäumen be- 
r ) Eine eingehende Erörterung erfährt dieser Gegenstand in Dr. Franz Zizeks „Die 
statistischen Mittelwerte“, Leipzig (Duncker & Humblot), 1908, wo weitere Verweisungen 
zu finden sind (S. 2).
	        
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