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Anhang zum XII. Kapitel.
kleinen Händler, wie die Straßenverkäufer, nicht inbegriffen, denn diese
haben gewöhnlich kein Bankkonto. Doch ist deren Zahl verhältnismäßig
klein im Vergleich zu der Anzahl der Geschäftsleute oder Gesellschaften,
die Konti haben, und was hier mehr in Betracht kommt, ihr Geschäfts
umfang ist viel kleiner. Daraus folgt, daß das von ihnen ausgegebene
Geld kaum Beachtung verdient. In den Vereinigten Staaten wenigstens,
mit Ausnahme der ländlichen Distrikte im Süden und einiger weniger
Plätze, wo die Geldausgaben sehr gering sind, ist die Einrichtung von
Bankdepositen sozusagen allgemein.
Ein Bankkonto zu haben ist in der Tat für den Geschäftsmann eine
praktische Notwendigkeit. Ohne ein solches Konto beraubt er sich selbst
dreier wichtiger Hilfsmittel im modernen Geschäftsleben, nämlich: der
Benutzung des Zirkulationskredits, der Einrichtung von Zahlungen durch
die Post, und des Vorteils des Zeitkredits.
Wofern ein Kaufmann nicht genötigt ist, sofort bar zu bezahlen, oder
wenn er diese Zahlungsweise vorzieht — und solcher Fälle gibt es sowohl
hinsichtlich der Zahl als auch der Bedeutungslosigkeit des involvierten
Geldbetrages nur wenige — so wird er es fast immer leichter finden, seine
Zahlungen durch Scheck vorzunehmen. Überdies macht gerade die Tat
sache, daß die meisten anderen Geschäftsleute Bankeinrichtungen benutzen,
den Wunsch in ihm rege, ebenfalls ein Konto zu besitzen, nicht nur, weil
er den anderen nicht „nachstehen“ will, sondern weil er es notwendig findet,
die ihm an Geldesstatt gesandten Schecks einzukassieren, eine Prozedur, die
immer mit größeren Schwierigkeiten verknüpft ist, als Schecks zu deponieren.
Barzahlungen sind besonders dann unbequem, wenn Geschäfte auf
größere Entfernung abgeschlossen werden. Geld durch die Post, per
Expreß oder durch persönliche Überbringung zuzustellen, ist mühsam,
riskant und kostspielig im Vergleich zur Übersendung eines Schecks durch
Brief. Selbst die Geldanweisung durch die Post ist ein umständlicher und
teurer Ersatz und ihre Verwendung macht den Gebrauchenden finanziell
zu einem unbedeutenden Faktor.
Schließlich kann ein Geschäftsmann ohne Bankkonto gewöhnlich weder
von Händlern noch von Banken Zeitkredit erlangen. In den Vereinigten
Staaten gewähren die Banken in der Regel nur ihren eigenen Deponenten
Anleihen. Ein Geschäftsmann, der eine Bankanleihe zu machen wünscht,
wird gewöhnlich aufgefordert, bei der betreffenden Bank ein Konto zu
eröffnen. Wenn er einen anderen Händler um eine Anleihe ersuchen
wollte, z. B. seinen Lieferanten, so würde das Fehlen eines Bankkontos
Zweifel über seinen geschäftlichen Ruf auf kommen lassen, und eine
Weigerung zur Folge haben.