Full text: Die Kaufkraft des Geldes

Beziehungen der Kaufkraft des Geldes zur Verkehrsgleichung. 
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Wenn wir unsere Deduktionen auch auf den Außenhandel ausdehnen 
wollen, so haben wir zwei Verkehrsgleichungen aufzustellen, von denen die 
eine auf dem verausgabten und die andere auf dem empfangenen oder von 
Mitgliedern des Gemeinwesens angenommenen Geld beruht. Diese Glei 
chungen werden stets annähernd übereinstimmen und können innerhalb 
eines Landes, gemäß der zwischen diesem und anderen Ländern bestehenden 
„Handelsbilanz“, ganz oder nicht ganz gleich sein. In der auf den Geldaus 
gaben beruhenden rechten Seite der Gleichung sind außer den bereits ver 
tretenen inländischen Güterquantitäten die Quantitäten der importierten 
Güter und deren Preise inbegriffen, nicht aber die der exportierten Güter, 
während das Gegenteil bei der auf Geldempfängen beruhenden Gleichung 
zutrifft. 
§5. 
Dies zur Vervollständigung unserer Erörterungen über die Verkehrs- 
gleichung mit Ausnahme des Elementes der Scheckzahlungen, das dem 
nächsten Kapitel Vorbehalten bleibt. Wir haben gesehen, daß in letzter 
Linie die Verkehrsgleichung auf den elementaren, auf gegebene Personen 
und gegebene Zeitpunkte bezüglichen Verkehrsgleichungen beruht; mit 
anderen Worten, sie beruht auf den Gleichungen, die sich auf individuelle 
Umsätze beziehen. Diese elementaren Gleichungen bedeuten soviel, daß 
das in irgendwelcher Transaktion gezahlte Geld das Äquivalent der zum 
Verkaufspreis erlangten Güter ist. Von dieser sicheren und naheliegenden 
Voraussetzung ist die Verkehrsgleichung Gü = 2p Q abgeleitet, in der 
jeder Bestandteil eine Summe oder ein Durchschnitt der gleichen Elementar 
bestandteile für verschiedene Individuen und verschiedene Zeitpunkte ist, 
und auf diese Weise alle in dem Gemeinwesen während eines Jahres gemachten 
Käufe umfaßt. Schließlich erkennen wir aus dieser Gleichung, daß die 
Preise direkt wie G und U und umgekehrt wie die Q variieren, vorausgesetzt, 
daß in jedem Falle nur eine dieser drei Größengruppen variiert und die 
anderen beiden unverändert bleiben. Ob eine Veränderung in einer der 
drei Größen notwendigerweise eine Störung in den anderen herbeiführt, ist 
eine Frage, die wir in einem späteren Kapitel erörtern werden. Wer den 
Ein wand erheben will, daß die Verkehrsgleichung nur eine Binsenwahrheit 
sei, wird gebeten, sein Urteil bis nach Durchlesung des VIII. Kapitels auf 
zuschieben. 
Kurz wiederholend finden wir also, daß unter den angenommenen Be 
dingungen das Preisniveau variiert: 1. direkt wie die im Umlauf befindliche 
Geldquantität (G), 2. direkt wie deren Umlaufsgeschwindigkeit (ü) und
	        
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