Metadata: Die Untersuchung landwirtschaftlich und gewerblich wichtiger Stoffe

Untersuchung der Rauchgase und Brennstoffe. 
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polizeilichen Verordnung als unschädlich anzusehen, wenn der Gehalt an Säure 
5 g S0 3 in 1 chm nicht übersteigt. Diese Verordnung kann aber für alle Säuren 
oder alle örtlichen Verhältnisse keine Gültigkeit haben. 
Um die Säuren in der die Fabrik umgebenden Luft nachzuweisen, tränkt 
H. Ost 1 ) reinen (d. h. von Schwefelsäure, Fluor usw. freien), lockeren Baum 
wollestoff in 4- oder 3-eckigen Stücken von etwa je 250 qcm einerseits mit 
Barytwasser, andererseits mit Kalkwasser, läßt trocknen und hängt die hergestellten 
Zeugstücke, in denen die Basen nach dem Trocknen als Karbonate vorhanden sind, 
in Bäumen auf. Nach einiger Zeit werden die Baryumkarbonat-haltigen Stücke auf 
Schwefelsäure, die Calciumkarbonat-haltigen Streifen auf Fluor geprüft. Verschiedene 
Versuche beweisen die Brauchbarkeit des Verfahrens; indes muß berücksichtigt 
werden, daß Spuren von z. B. Schwefelsäure überall in der Luft vorhanden sind. 
A. Wiel er (1. c. S. 356) leitet zu dem Zweck größere Mengen Luft mittels eines 
Aspirators durch eine titrierte Lösung von Kaliumbikarbonat. 
Von anderer Seite ist vorgesohlagen, das Regenwasser in der Umgebung der 
Eauchquelle in verschiedener Entfernung von derselben aufzufangen und dieses auf 
den oder die nachzuweisenden Bestandteile zu untersuchen. 
P. Sorauer * 2 ) schlägt vor, als schnellwachsende Pangpflanze die Busch 
bohne (Phaseolus vulgaris), Haselhoff und Lindau Polygonum oder Rheum, 
A. Wieler eine Weinrebenart 3 ) im Umkreise der fraglichen Rauchquelle an 
zubauen und an diesen durch die mikroskopische und chemische Untersuchung die 
etwaige Schädigung nachzuweisen. 
Alle diese Untersuchungen können in fraglichen Fällen die Beweisführung 
verschärfen; der entscheidende Beweis kann aber nur durch die Untersuchung der 
beschädigten Pflanzen und Bäume seihst erbracht werden. 
2. Bestimmung des Schwefels in den Brennstoffen. Die Feststellung des Ge 
samtschwefels ist für die Beurteilung einer Kohle auf ihre Schädlichkeit nicht maß 
gebend, da der in Form von Sulfaten oder Sulfiden in der Asche zurückbleibende 
Schwefel mit bestimmt wird. 
Die schweflige Säure, wird vielmehr fast ausschließlich geliefert durch den 
vorhandenen Schwefelkies, welcher beim Erhitzen unter Luftzutritt in schweflige 
Säure und basisch schwefelsaures Eisenoxyd und dieses weiter in Schwefelsäure und 
Eisenoxyd zersetzt wird. 
Aber selbst diesen in Form von S0 2 und S0 8 übergehenden Schwefel darf man 
nicht ohne weiteres in seinen vorhandenen Mengen als schädlichen Schwefel be 
zeichnen, denn hiervon wird eine gewisse Menge durch die alkalischen Erden der 
Asche gebunden. 
Demnach werden Kohlen mit gleichem Schwefelkiesgehalt, aber verschiedenen 
Mengen kohlensaurem Calcium um so weniger schweflige Säure abgeben, je höher 
der Gehalt an letzterem ist. 
Die Menge des schädlichen Schwefels, d. h. desjenigen, welcher als S0 2 gas 
förmig entweicht, ergibt sich einfach aus der Differenz zwischen der Menge des 
Gesamtschwefels und desjenigen, welcher nach dem vollständigen Veraschen der 
Kohle in Form von Schwefelsäure oder Sulfiden — über die Oxydation des gleich 
zeitig vorhandenen Schwefels in der Asche vergl. S. 911 — in der Asche zurückbleibt. 
3 j Chem.-Zeitung 1896, 20, 165. 
2 ) Jahresbericht f. Agrikulturohemie 1900, 486. 
3 ) In den Epidermiszellen, Palissaden- und Schwammparenchymzellen der Weinrebe 
tritt bei Einwirkung von schwefliger Säure ein roter Farbstoff auf, der bei nicht be- 
räucherten und bei mit Salzsäure beräucherten Pflanzen ausbleibt.
	        
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