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sich dem Wirtschaftsbedarf anzupassen, einen Bedarf an Einkom
men, der über den laufenden Wirtschaftsbedarf hinausgeht. Die
Anpassung der Einkommensbeschaffung an den Wirischaftsbedarf
wird wegen der Unvoraussehbarkeit künftigen Geschehens zu
einer schwierigen Aufgabe. Denn die Quelle des Einkommens,
die Arbeit und das Kapitalvermögen sind in gleicher Weise
durch die „physische Konsumtion" ^) gefährdet. „Die Unsicher
heit des menschlichen Lebens, wie des Bestandes der Vermögens
güter und des Erfolges der Wirtschaftsführung setzt jede Wirt
schaft der Gefahr des Verlustes von Gütern und die wirtschaf
tende Persönlichkeit der Möglichkeit einer Minderung ihrer Ar
beitskraft durch Krankheit, Unfälle, Invalidität und Alter, so
wie eines früheren Todes aus." 9»)
Wenn man nun die Vermögensgefährdung schlechthin in
den Vordergrund stellt, so bedeutet dies eine Verschiebung des
Gesichtspunkts. Denn das Vermögen ist nicht das eigentliche
Mittel zur Beftiedigung der Bedürfnisse. Dies ist das Einkom
men. Im Eenutzvermögen würde aber nur die Bedürfnisbefrie
digung bedroht sein. Diese wird jedoch durch das Einkommen
gewährleistet. Es ist daher nur gefährdet, insoweit das Ein
kommen bedroht oder unzureichend ist. Dies bedeutet aber, daß
eine Versicherung des Vermögens und der Arbeitskraft nicht weit
genug gedacht ist, daß sie vielmehr auch die Unzulänglichkeit
des Einkommens einbegreifen mutz: nicht die Vermögensgefähr
dung, nicht der Vermögensbedarf, sondern die Vergäng
lichkeit und Unzulänglichkeit des Einkommens, der ungewisse
Einkommensbedarf, steht im Brennpunkt der wirtschaft
lichen Vorsorge.^)
2. Die Unzulänglichkeit der Erfparnng.
Diese bedeutet für die Wirtschaft einen toten Punkt, über
den ihr weder die Vergrötzerung der Einnahmen, noch die Ver
ringerung der Bedürfnisbefriedigung hinweghilft. Insbesondere
92 ) Lexis «. a. O. 6. 212.
93 ) Philippovich a. a. O- Bd. I S. 402.
dt) Darüber Liilße a. a. O. S. 544 ff.