Full text: Die Kaufkraft des Geldes

Störung der Gleichung und der Kaufkraft in Perioden des Übergangs. 51 
nähme; wenn es im Werte sinkt, so will es der Inhaber so schnell wie mög 
lich los werden. Sobald er das Fallen bemerkt, ist es sein Bestreben, Güter 
zu kaufen, welche in Geld ausgedrückt im Preise steigen, um durch den Auf 
schlag im Werte der Güter zu profitieren. Das unvermeidliche Resultat ist, 
daß diese Güter noch weiter im Preise steigen. Die in der Erhöhung der 
Preise begonnene Reihe der Veränderungen, ausführlicher als zuvor ausge 
drückt, lautet wie folgt: 
1. Die Preise steigen. 
2. Die Umlaufsgeschwindigkeiten (U und U') erhöhen sich; der Zinsfuß 
nimmt zu, aber nicht genug. 
3. Der Gewinn steigt, die Anleihen vermehren sich und die Q wachsen. 
4. Der Depositenumlauf ((?') vermehrt sich im Verhältnis zum Gelde (G). 
5. Die Preise steigen weiter; d. h. Phänomen Nr. 1 wiederholt sich. 
Dann wiederholt sich Nr. 2 und so fort. 
Es ist ersichtlich, daß diese Veränderungen nun alle Größen in der Ver 
kehrsgleichung in Mitleidenschaft ziehen. Es sind temporäre Veränderungen, 
welche sich nur auf die Übergangsperiode beziehen. Sie gleichen der zeit 
weiligen Kraftzufuhr und dem darauffolgenden Kraftausgleicheines Auto 
mobils, das eine Steigung nimmt. 
§4. 
Die aus diesem Ursachenkreis entspringende Ausdehnung kann natürlich 
nicht ewig dauern; sie muß sich schließlich selbst erschöpfen. Es ist 
der Zinsfuß, der dieser fortgesetzten Wirksamkeit Einhalt gebietet. Die 
Verzögerung im Steigen des Zinses war für den abnormen Zustand verant 
wortlich. Wenn das Steigen des Zinses auch verspätet eingetreten ist, so ist 
es doch ein fortschreitendes, und sobald der Zinsfuß die Stufe der Preissteige 
rung überschreitet, ändert sich die ganze Situation. Wenn die Preise um 
2 Prozent per Jahr steigen, so wird der Aufschwung nur solange fortdauern, 
bis die Zinsen 2 Prozent höher sind. Erst damit wird die Preis 
steigerung wettgemacht. Die Banken sind zur Selbstverteidigung gezwungen, 
den Zins zu erhöhen, denn sie können einer im Verhältnis zu den Reserven 
so abnormen Ausdehnung von Anleihen nicht standhalten. Sobald die 
Zinsrate adjustiert ist, können die Entlehner nicht mehr hoffen, großen 
Gewinn zu erzielen, und die Nachfrage nach Anleihen hört auf zu wachsen. 
Es gibt auch noch andere Kräfte, welche der weiteren Vergrößerung 
fand dasselbe, wie das Verhältnis der Clearings zu Depositen in New York, Boston und 
Philadelphia lehrt, auch für die Vereinigten Staaten zutreffend.
	        
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