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V. Kapitel.
ausgabung des Geldes oder der Schecks, und desto rascher ist die Umlaufs
geschwindigkeit.
Dies kann am besten aus einem Beispiel ersehen werden. Der Über
gang von monatlichen zu wöchentlichen Lohnzahlungen erhöht die Um-
laufsgeschwindigkeit des Geldes. Wenn ein Arbeiter per Woche $ 7 aus
gezahlt bekommt und diese täglich gleichmäßig verringert und jede Woche
mit leeren Händen beschließt, so würde sein Durchschnittsbargeld, wie wir
gesehen haben, wenig über die Hälfte von $ 7 oder ungefähr $ 4 betragen.
Dies ergibt einen beinahe zweimaligen Umsatz per Woche. Bei monat
licher Auszahlung muß der Arbeiter, welcher im Durchschnitt $ 1 per Tag
erhält und ausgibt, die $ 30 mehr oder weniger gleichmäßig auf die folgenden
30 Tage verteilen. Wenn er am nächsten Zahltag mit leeren Händen dasteht,
so ist sein Durchschnittsgeld während des Monats ungefähr $ 15 gewesen.
Sein Umsatz ist dann ungefähr ein zweimaliger per Monat. Folglich ist die
Umsatzrate bei wöchentlichen Auszahlungen rascher als bei monatlichen
Lohnzahlungen.
Dasselbe Resultat würde sich ergeben, wenn wir annähmen, daß der
Arbeiter, anstatt den Zyklus mit leeren Händen zu beenden, einen gegebenen
Bruchteil seines Lohnes, sagen wir die Hälfte desselben, übrig behält. Bei
wöchentlicher Auszahlung würde er mit $ 10,50 beginnen und mit $ 3,50
schließen, was einen Durchschnitt von ungefähr $ 7 ergibt. Bei monat
licher Auszahlung würde er so mit einem Durchschnitt von $ 45 beginnen
und mit $ 15 aufhören, wonach sich der Durchschnittsbetrag auf un
gefähr $ 30 belaufen würde. Im ersten Falle würde seine Durchschnitts
umlauf sgeschwindigkeit einmal die Woche und im letzteren Falle einmal im
Monat sein. Bei wöchentlicher Auszahlung ist der Umsatz also auch dann
ungefähr viermal rascher als bei monatlicher Zahlung. Wenn daher die Ver
teilung des Geldaufwandes auf die beiden Zyklen genau dieselbe „zeitliche
Gestaltung“ („time shape“) 1 ) haben sollte, so würden die wöchentlichen Zah
lungen die Umlaufgeschwindigkeit in demselben Verhältnis beschleunigen,
in welchem ein Monat zu einer Woche sich verhält. Als geschichtliche Tat
sache betrachtet, ist es jedoch nicht wahrscheinlich, daß die Einführung von
wöchentlichen Zahlungen an Stelle von monatlichen die Schnelligkeit des
Geldumlaufes unter den Arbeitern um das Vierfache erhöht hat, weil die
Veränderung eines anderen Elements, nämlich des Buchkredits, geeignet sein
dürfte, eine ungefähr ausgleichende Abnahme zu verursachen. Bei wöchent-
1 ) Vgl. Adolphe Landry, „La Rapidit6 de la Circulation Mon6taire“, Auszug aus
La Revue d'JEconomie politique, Februar 1905.