Full text : Die hygienischen Verhältnisse der Insel Formosa

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führte,  während  es  im  Süden  noch  im  Jahre  1909  lokal  beschränkte ­
  Epidemien  in  den  Distrikten  Kagi  und  Tainan  gab.  Im
Jahre  1910  sind  nur  noch  19  vereinzelte  Fälle  in  entlegenen  Dörfern
des  Distrikts  Kagi  vorgekommen.  Wenn  man  den  Verlauf  der
Epidemie  in  der  Stadt  Taihoku,  in  dem  Unterdistrikt  Kanteibyö
(Distrikt  Tainan),  in  dem  Unterdistrikt  Bokushikyaku  (Distrikt
Kagi)  und  in  der  Uandstadt  Yensuikö  betrachtet,  d.  h.  in  Gegenden,
wo  die  Krankheit  über  zehn  Jahre  geherrscht  hat,  so  sieht  man
erstens,  daß  sie  Neigung  besitzt,  alle  zwei  Jahre  stärker  aufzutreten,
und  zweitens,  daß  sie  mit  Vorliebe  ihren  Ort  wechselt.  Daher  konnte
man  ungefähr  Vorhersagen,  welche  Stadtteile  oder  welche  Ortschaften
im  nächsten  Jahre  in  Mitleidenschaft  gezogen  werden  würden  und  in
welchem  Maße  (Tabelle  I).
3.  Die  jährliche  Pestperiode.
Die  Zeiten  des  Ausbruchs  und  der  Dauer  der  Pestepidemien  sind
in  den  einzelnen  Jahren  immer  die  gleichen  gewesen.  Wird  die  Insel
als  ein  Ganzes  betrachtet,  so  beginnt  die  Pest  im  Oktober  oder
November,  steigt  dann  allmählich  an  und  erreicht  im  April  oder
Mai  des  nächsten  Jahres  ihren  Höhepunkt,  um  im  August  oder  September ­
  zu  verschwinden.  Da  sich  dieser  Verlauf  jedes  Jahr  wiederholt, ­
  so  ähnelt  bei  einer  sich  auf  eine  Reihe  von  J  ahren  erstreckenden
graphischen  Darstellung  die  Pestkurve  derjenigen  Kurve,  die  sich  bei
intermittierendem  Fieber  ergibt  (Tab.  II).
Wenn  man  jedoch  die  verschiedenen  Gebiete  einzeln  betrachtet
und  den  Verlauf  der  Pest  in  Taihoku  (Nordformosa)  mit  demjenigen
der  Pest  in  Kagi,  Yensuikö  und  Tainan  (Südformosa)  vergleicht,  so
bemerkt  man,  daß  im  allgemeinen  die  Epidemie  im  Süden  später  anfängt ­
  und  früher  aufhört  als  im  Norden.  Demnach  ist  die  Dauer  der
Epidemie  im  Süden  geringer  als  im  Norden  (Tab.  III).
4.  Die  Beziehungen  zwischen  Ratten-  und  Menschenpest.
Die  Pestepidemien  auf  Formosa  stehen  immer  in  engster  Beziehung ­
  mit  der  Rattenpest:  ohne  vorangehende  Rattenpest  bricht
niemals  Pest  bei  Menschen  aus.  Es  wurden  allerdings  zwei  kleine
Epidemien  beobachtet,  wo  sich  Pestbazillen  bei  Ratten  und  Mäusen
            
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