Full text: Die hygienischen Verhältnisse der Insel Formosa

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gefangenen Ratten bricht die Epidemie aus, und wenn die Ratten 
abzunehmen beginnen, hat sie ihren Höhpunkt erreicht. 
Ferner: nach den Ergebnissen der Impfversuche mit Pest 
bazillen ist die Empfänglichkeit der Ratten für Pest je nach dem Alter 
verschieden, und zwar sind jüngere Tiere im allgemeinen empfäng 
licher dafür als ältere. Auch sind die Symptome der Septichämie bei 
den jüngeren Tieren bedeutend stärker. Diese Beobachtungen be 
stätigen die oben allgemein ausgesprochene Parallelität zwischen 
Ratten- und Pestvermehrung: wenn die jungen Tiere für Pest 
bazillen besonders empfänglich sind, muß natürlich die Pest, ab 
gesehen von der Rattenvermehrung an sich, auch noch aus diesem 
Grunde zunehmen. Die Tatsachen, daß die Seuche in solchen 
Gegenden, wo sie längere Zeit fortwütet, intermittierend — ein J ahr 
um das andere — auftritt und daß die Bezirke der Epidemie öfters 
wechseln, sind wohl ebenfalls mit den unter den Ratten herrschenden 
Verhältnissen in Zusammenhang zu bringen. 
6. Die Flöhe. 
Auf die Beziehungen der Flöhe zur Pest machte zuerst Dr. M. 
Ogata, Professor an der medizinischen Fakultät der Universität 
Tokio, bei Gelegenheit der formosaischen Pestepidemie vom J ahre 1896 
aufmerksam. Sie wurden dann durch weitgehende Studien der zur 
Erforschung der Pest nach Indien entsandten englischen Kommission 
sowie durch Forschungen von Prof. Dr. S. Kitasato, Direktor des 
Instituts für Infektionskrankheiten zu Tokio, Prof. Dr. M. Miya- 
jima, Mitglied desselben Instituts, und anderen, die sich auf die 
Pestepidemie in Yura auf der Insel Awaji im japanischen Binnen 
meer erstreckten, eingehend aufgeklärt. Dr. H. Kuraoka, Medizinal 
inspekteur im Sanitätsbureau des Generalgouvernements Formosa, 
machte dieses Thema ebenfalls zum Gegenstände seiner Unter 
suchungen und kam dabei zu folgenden Ergebnissen. 
Die verschiedenen Arten der Rattenflöhe sind Uoemopsylla 
cheopis, Ctenopsylla musculi Duges, Ceratop hyllus anisus 
Roths, und eine andere dem Ceratophyllus fasciatus sehr nahe ste 
hende Ceratophyllus- Art. Unter diesen 4 Arten ist Uoemopsylla 
cheopis am stärksten vertreten; sie macht die größere Hälfte von 
allen zusammen aus. An zweiter Stelle folgt Ctenopsylla musculi.
	        
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