Full text : Die hygienischen Verhältnisse der Insel Formosa

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anderseits  an  dem  Grundsätze  unbeschränkter  Religionsfreiheit  festhält, ­
  die  Vermittlung  der  Heilkunde  zu  benutzen.  Daher  wurden
schon  im  Jahre  1896  Krankenhäuser  zuTaihoku,  Taichu  und  Tainan
eröffnet.  Allmählich  folgten  solche  an  anderen  Orten,  und  gegenwärtig
sind  bereits  11  Hospitäler  vorhanden.  Ferner  wurde  1899  die  medizinische ­
  Schule  zu  Taihoku  errichtet,  an  der  ausschließlich  junge
Formosachinesen  zu  Ärzten  ausgebildet  werden.  Jetzt  (1911)  haben
schon  181  Studierende  die  Anstalt  erfolgreich  absolviert.  Ferner
wurden  schon  im  Jahre  1896  die  sogenannten  Kö-i,  halbbeamtete
Ärzte,  die  sich  sowohl  mit  der  Behandlung  von  Kranken  aus  dem
Volke  als  auch  mit  der  öffentlichen  Gesundheitspflege  sowie  der  Ausstellung ­
  von  Attesten  und  Gutachten  und  dergleichen  zu  befassen
haben,  an  allen  bedeutenderen  Orten  stationiert.  Augenblicklich
beträgt  ihre  Zahl  83.
In  den  der  Besitzergreifung  folgenden  Jahren  trat  die  Pest
verheerend  auf;  1901  erkrankten  4496  daran,  1904;  4500.  Doch
gelang  es  den  gemeinsamen  Bemühungen  der  Behörden  und  des
Volkes,  die  Kraft  der  Seuche  zu  brechen,  sodaß  im  Jahre  1910  nur
noch  19  Erkrankungsfälle  zu  verzeichnen  waren  und  zwar  ausschließlich ­
  in  entlegenen  Dörfern  des  Distrikts  Kagi.
Von  der  Malaria  wurden  von  jeher  sehr  viele  Menschen  befallen; ­
  insbesondere  hatten  darunter  die  Japaner  als  Neuankömmlinge ­
  stark  zu  leiden.  Infolge  der  Vervollkommnung  der  Wohnungen
und  der  Organisation  der  Häuser-  und  Straßenreinigung,  die  unter
Aufsicht  von  Polizeibeamten  vorgenommen  wird,  treten  aber  jetzt
Massenerkrankungen  im  westlichen  Flachlande  nur  noch  selten
auf;  aus  Taihoku  und  einigen  anderen  Städten  ist  die  Malaria
sogar  spurlos  verschwunden.  Nur  an  der  Ostküste  und  auf  den  Vorhöhen ­
  der  Gebirgsketten  wütet  die  Malaria  noch  weiter.
Auch  sonst  ist  sehr  viel  auf  dem  Gebiete  der  Hygiene  getan
worden.  Man  legte  Wasserleitungen  und  Kanäle,  Markthallen
und  Schlachthäuser  usw.  an  und  arbeitete  rationelle  Stadtbebauungspläne ­
  aus,  um  alsbald  ihre  Durchführung  zu  beginnen.  So  ist
jetzt  alles  ganz  anders  als  früher  geworden.  Die  erfreuliche  Wirkung
der  gesamten  Maßnahmen  ist  natürlich  die,  daß  sich  der  Gesundheitszustand ­
  der  Insulaner  wirklich  mit  jedem  Jahre  verbessert.
            
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