Full text: Die Kaufkraft des Geldes

148 
VIII. Kapitel. 
§9- 
Wir haben gesehen, daß die verschiedenen in der Verkehrsgleichung 
auftretenden Faktoren nicht auf einer und derselben kausalen Grundlage 
beruhen. Die Preise bedeuten das passive Element und ihr allgemeines 
Niveau muß sich nach den anderen Faktoren richten. Kurz zusammen 
gefaßt sind die kausalen Lehrsätze, die wir unter normalen Verhältnissen, 
d. h. nachdem die Übergänge vollzogen sind, richtig befunden haben, die 
folgenden: 
1. Eine Zunahme der Geldquantität (G) führt zu einer proportionalen 
Zunahme der Depositen ((?') und die Zunahme dieser beiden Faktoren [G 
und G') zu einer proportionalen Preiserhöhung. 
2. Eine Zunahme der Geldquantität in einem Lande hat die Tendenz, 
sich auf andere Länder, in denen dasselbe Geldmetall zur Verwendung 
kommt, und auf die goldverwendenden Gewerbe auszubreiten, sobald die 
Preisniveaus oder der relative Wert des Geldes und des Barrenmetalls 
genügend abweichen, um den Export oder das Einschmelzen des Geld 
metalls gewinnbringend zu gestalten, sowie die Weltpreise in geringem 
Maße zu erhöhen. 
3. Eine Vermehrung der Depositen (G') im Verhältnis zum Gelde (G) 
führt ebenfalls zur Verdrängung und Einschmelzung von Geldmünzen und 
erhöht die Weltpreise. 
4. Eine Zunahme der Geschwindigkeiten bringt ähnliche Wirkungen 
hervor. 
5. Eine Zunahme des Handelsvolumens (der Q) führt nicht nur zu 
einer Erniedrigung der Preise sondern auch zu einer Erhöhung der Ge 
schwindigkeiten und Depositen im Verhältnis zum Gelde und dadurch zu 
einer teilweisen oder gänzlichen Neutralisierung der genannten Preis 
erniedrigung. 
6. Das Preisniveau ist die Wirkung einer Veränderung in den anderen 
Faktoren und kann nicht die Ursache einer solchen Veränderung sein. 
7. Außerhalb der Verkehrsgleichung können unzählige Ursachen auf 
G, G', U, U' und die Q einwirken und durch sie die p beeinflussen. Unter 
diesen äußeren Ursachen befinden sich die Preisniveaus in den benachbarten 
Ländern. 
8. Der Kausalnexus individueller Preise kann die Preise nur in ihrem 
Gegenseitigkeitsverhältnis erklären. Sie kann dagegen nicht das allgemeine 
Preisniveau in seinem Verhältnis zum Gelde erklären. 
9. Einige der vorstehenden Lehrsätze sind während Übergangsperioden
	        
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.