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VIII. Kapitel.
§9-
Wir haben gesehen, daß die verschiedenen in der Verkehrsgleichung
auftretenden Faktoren nicht auf einer und derselben kausalen Grundlage
beruhen. Die Preise bedeuten das passive Element und ihr allgemeines
Niveau muß sich nach den anderen Faktoren richten. Kurz zusammen
gefaßt sind die kausalen Lehrsätze, die wir unter normalen Verhältnissen,
d. h. nachdem die Übergänge vollzogen sind, richtig befunden haben, die
folgenden:
1. Eine Zunahme der Geldquantität (G) führt zu einer proportionalen
Zunahme der Depositen ((?') und die Zunahme dieser beiden Faktoren [G
und G') zu einer proportionalen Preiserhöhung.
2. Eine Zunahme der Geldquantität in einem Lande hat die Tendenz,
sich auf andere Länder, in denen dasselbe Geldmetall zur Verwendung
kommt, und auf die goldverwendenden Gewerbe auszubreiten, sobald die
Preisniveaus oder der relative Wert des Geldes und des Barrenmetalls
genügend abweichen, um den Export oder das Einschmelzen des Geld
metalls gewinnbringend zu gestalten, sowie die Weltpreise in geringem
Maße zu erhöhen.
3. Eine Vermehrung der Depositen (G') im Verhältnis zum Gelde (G)
führt ebenfalls zur Verdrängung und Einschmelzung von Geldmünzen und
erhöht die Weltpreise.
4. Eine Zunahme der Geschwindigkeiten bringt ähnliche Wirkungen
hervor.
5. Eine Zunahme des Handelsvolumens (der Q) führt nicht nur zu
einer Erniedrigung der Preise sondern auch zu einer Erhöhung der Ge
schwindigkeiten und Depositen im Verhältnis zum Gelde und dadurch zu
einer teilweisen oder gänzlichen Neutralisierung der genannten Preis
erniedrigung.
6. Das Preisniveau ist die Wirkung einer Veränderung in den anderen
Faktoren und kann nicht die Ursache einer solchen Veränderung sein.
7. Außerhalb der Verkehrsgleichung können unzählige Ursachen auf
G, G', U, U' und die Q einwirken und durch sie die p beeinflussen. Unter
diesen äußeren Ursachen befinden sich die Preisniveaus in den benachbarten
Ländern.
8. Der Kausalnexus individueller Preise kann die Preise nur in ihrem
Gegenseitigkeitsverhältnis erklären. Sie kann dagegen nicht das allgemeine
Preisniveau in seinem Verhältnis zum Gelde erklären.
9. Einige der vorstehenden Lehrsätze sind während Übergangsperioden