Full text: Ferdinand Lassalle

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Umgegend von Berlin, um dessen pflanzliche Selten 
heiten zu besehen, die meinen Vater sehr interessierten. 
Pritzel, ein Freund Lassalles, ist ein sehr angenehmer 
und sympathischer Mensch, er gefiel uns sehr. Wir 
kehrten spät zurück, direkt zum Mittagessen bei Lassalle, 
der in der freien Luft wieder zu sich gekommen war 
und sich vollkommen beherrschte. Wir trafen bei ihm 
die Gräfin, dem berühmten Pianisten Bülow und den 
Dichter Scherenberg. Nach der Versicherung Lassalles 
ist dieser Poet ein ehrlicher, prächtiger Mensch, ein eifriger 
Deniokrat; mir kam er schwerfällig und schlaff vor, 
obschon er gegen Ende des Mittags auftaute und einige 
Bruchstücke seiner neuen Dichtung deklamierte. Bülow, 
damals ein eben erst aufgehendes Licht, Schwiegersohn 
Liszts, war klein, quecksilbern, hochmütig und schien 
von seiner Wichtigkeit aufgebläht; anfangs gefiel er uns 
nicht, aber bald unterlag er dem wohltuenden Einflüsse 
des einfachen Lassalleschen Kreises, wurde mitteilsam, 
und ohne die letzte Speise zu beenden, sprang er auf 
und begann eine Komposition von Liszt zu spielen, 
von der ich soeben mit ihm gesprochen hatte. Er spielte 
bis spät in den Abend hinein, und wir alle hörten ihm 
mit Vergnügen zu. Sein Spiel wurde häufig von der 
Unterhaltung unterbrochen, an der auch er lebhaften 
Anteil nahni. Diese drei Freunde Lassalles trennten 
sich auch von uns wie alte Freunde. 
Mein Vater, ich und Lassalle brachten die Gräfin 
nach Hause und fuhren dann in unser Hotel. 
Als die Gräfin ausgestiegen und wir drei allein im 
Wagen geblieben waren, wurden wir plötzlich stumm, 
wie auf Verabredung. Wir schwiegen hartnäckig. Es
	        
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