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Sammeln des Giftes
Hieraus ist ersichtlich, daß Köshun am meisten von Schlangen
bissen heimgesucht wird. Häufig sind ferner die Fälle in Kilung,
Shinkö, Akö und Toroku. Dagegen sind die Pescadorinseln völlig
schlangenbißfrei. Im allgemeinen kommen die Fälle entschieden öfter
in Gebirgsgegenden vor als in den Ebenen. Von den beiden Ge
schlechtern ist das männliche und von den Berufsarten sind die Bauern
und Tagelöhner am meisten der Gefahr ausgesetzt, von Schlangen ge
bissen zu werden. Die Giftwirkung ist von der Art der Schlangen
abhängig, wie die umstehende Tabelle zeigt.
Was die populäre Behandlung der Schlangenbisse anbetrifft,
so sind unter den Formosachinesen Anlegung von Digaturen, Skari-
fikation, Aussaugen mit dem Mund usw. als übliche Volksmittel
bekannt. Ferner legen sie zerquetschte Blätter, Stengel und Wurzeln
verschiedener Pflanzen, z. B. von Podophyllum pelianthum Hance
und Dysimachia simulans Hemsl., auf die Wunde und geben zu
gleicher Zeit innerlich Wasser- oder Sakedekokt derselben Pflanzen.
Die Formosawilden legen Schießpulver auf die frischen Wunden und
lassen es explodieren.