Full text : Die hygienischen Verhältnisse der Insel Formosa

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wovon  aber  kaum  ein  Zehntel  aufgenommen  wird.  Das  Aufnahmeexamen ­
  beruht  auf  Zertation;  ihm  wird  die  Abgangsprüfung  der
Kö-gakkö  (Volksschulen)  als  Maßstab  zugrunde  gelegt.  Abgesehen
von  der  Vorschule,  die  ein  Jahr  beansprucht,  dauert  das  medizinische ­
  Studium  vier  Jahre.  1910  hatte  die  Schule  195  Studierende,
die  im  Durchschnitt  19,1  Jahre  alt  waren  (in  der  letzten  Klasse  durchschnittlich ­
  21,9  Jahre).  Die  Schüler  wohnen  sämtlich  im  Internat
und  wurden  ursprünglich  alle  auf  Staatskosten  unterhalten;  doch
hat  man  in  der  letzten  Zeit  angestrebt,  die  Bemittelten  zur  Erstattung
der  Selbstkosten  heranzuziehen,  was  1910  bei  59  (darunter  drei
chinesische  Untertanen)  von  195  Schülern  der  Fall  war.
3.  Uehr-  und  Verwaltungskörper.  Außer  dem  Direktor
sind  25  Professoren  und  Lehrer,  die  zum  Teile  nur  im  Nebenamt
an  der  »Schule  tätig  sind,  und  5  Verwaltungsbeamte  angestellt.
4.  Lehrplan.  Vorschule:  Turnen,  Moralunterricht,  Japanisch,
Geographie,  Geschichte,  Mathematik,  Physik,  Chemie,  Naturgeschichte. ­
  Fachstudium:  Anatomie,  Histologie,  Physiologie,  Pathologie, ­
  Arzneimittelkunde,  innere  Medizin,  Chirurgie,  Geburtshilfe  und
Gynäkologie,  Dermatologie,  venerische  Krankheiten,  Ohren-,  Nasen-,
Rachen-  und  Kehlkopfkrankheiten,  Ophthalmologie,  Kinderkrankheiten, ­
  Bakteriologie,  Hygiene,  gerichtliche  Medizin.
5.  Absolvierte.  Bis  1910  hatten  im  ganzen  149  Schüler  die  Abgangsprüfung ­
  bestanden 1 );  davon  sind  4  gestorben.  Die  Absolvierten ­
  stehen  zum  Teil  als  Ärzte  in  Staatsdiensten,  die  meisten  aber
treiben  Privatpraxis  und  erfreuen  sich  dabei  guten  Rufes  und  Erfolges.
Unter  den  Absolvierten  befinden  sich  übrigens  eine  Anzahl
chinesisierte  Wilde  und  auch  ein  nicht  chinesisierter  Wilder,  der
am  Hospital  zu  Taitö  angestellt  ist  und  bei  der  Aufklärung  seiner
Stammesgenossen  gute  Dienste  leistet.
b)  Heranbildung  der  Kö-i-Anwärter. 2 )
Sie  werden  aus  der  Zahl  der  sich  dazu  meldenden  approbierten
Ärzte  ausgewählt  und  während  einer  gewissen  Zeit,  die  aber  sechs
Monate  nicht  übersteigt,  in  folgenden  Fächern  unterwiesen:

*)  1911  kamen  weitere  32  Absolvierte  hinzu
2 )  J un *  1907  fand  ihre  Ausbildung  am  Regierungshospital  zu  Taihoku  statt
            
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