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i. Die Wasserquelle.
Es wurde zuerst erwogen, ob die Stadt nicht durch Grundwasser
versorgt werden könne. Denn der Boden in und um Taihoku
besteht aus abwechselnd aufeinander folgenden Lehm- und Sandschichten,
die durchschnittlichen Jahresniederschläge betragen etwa
2400—2500 mm, und das bei Versorgung mit Grundwasser als natürliche
Sammelfläche in Betracht kommende Gebiet wäre 150 qkm
groß gewesen. Auch waren die bereits vorhandenen Rohrbrunnen —
800 an der Zahl — recht ergiebig; jeder lieferte in 24 Stunden durchschnittlich
700 Kubikfuß * 1 ) Wasser. Anderseits aber lag die begründete
Befürchtung vor, es werde, da schon jetzt — und erst recht später
— eine Versorgung der Stadt mit Grundwasser eine Vermehrung der
Brunnen erfordern mußte, der Wasserstand der schon bestehenden
Brunnen beeinträchtigt werden. Man hatte nämlich beobachtet, daß
mit der Vermehrung der Anzahl der Brunnen ihr Wasserspiegel
immer tiefer sank. Daher wurde beschlossen, das erforderliche
Wasser ohne Anlehnung an das Grundwasser aus dem Tamsui zu entnehmen.
2. Die mutmaßliche Bevölkerungszahl der Stadt.
In den sechs Jahren von Ende 1898 bis Ende 1904 ist die Bevölkerung
der Stadt Taihoku von 61 000 auf 78 000 gestiegen. Das
ist eine Vermehrung um 27 vom Hundert in dem ganzen Zeiträume
und um durchschnittlich 4,5 vom Hundert in einem Jahre. Diese
Vermehrung kann jedoch nicht als normal gelten, weil gerade in der
genannten Zeit sehr viele J apaner nach Formosa eingewandert sind.
Immerhin aber wird sich Taihoku als Hauptstadt in einem ungewöhnlich
raschen Tempo entwickeln. Man nahm daher an, daß die
Einwohnerzahl jährlich um 3% zunehmen und sich also in zwanzig
Jahren auf 150 000 belaufen wird. Diese Zahl wurde bei der
Projektierung des Wasserwerks zugrunde gelegt. In der Berücksichtigung
der voraussichtlichen Versorgungsgebiete schloß man sich
einem Plane an, der von der Kommission für Städteumbau entworfen
und von dem Generalgouverneur zur allgemeinen Kenntnisnahme
veröffentlicht worden war.
x ) mit Fuß und Zoll ist durchgängig englisches Längenmaß gemeint
1 Fuß = 0,30479 m, 1 Zoll = 0,02539 m