Substanzen in die künstlichen oder natürlichen Wasserläufe ge-
langen. In den diesen zunächst liegenden Sawahs zeigt der Reis
dann häufig außerordentlich kräftige Blattentwicklung, was bei
starken Tropenregen schnell zum Lagern der Pflanzen führt.
Auch die Bildung der Rispen wird durch die üppige Blattent-
wicklung ungünstig beeinflußt und dadurch der Ernteertrag
herabgedrückt.
Aus diesen und andern Feststellungen haben sich eine Reihe
von Forderungen ergeben, die an das Rieselwasser gestellt wer-
den müssen. Da es den Boden nicht nur mir Nährstoffen be-
Teichert, sondern unter IJmständen auch solche aus ihm aus-
wäscht, ist es wichtig, daß weder chemische Verbindungen, die
die Bodenbestandteile stark aufschließen und lösen, im Wasser
enthalten sind noch durch Düngung zur Bildung solcher Ver-
bindungen Gelegenheit gegeben wird. Besonders ungünstig sind
Moorwässer; noch schädlicher Fabrikwässer oder Abwässer aus
Bergwerken. Kaltes Quellwasser, das die Bodentemperatur
nennenswert abkühlt, sollte nicht zur Reisbewässerung ver-
wendet werden. Bei Neuanlagen sollte der Pflanzer sein Be-
rieselungswasser untersuchen lassen; und zwar ist die quanti-
tative Bestimmung der gelösten wie der Sinkstoffe erforderlich.
Einer wirklich intensiven Reiskultur wird die natürliche Be-
reicherung des Bodens an Pflanzennährstoffen durch die Be-
rieselung, selbst da, wo das Wasser verhältnismäßig reich an
solchen ist, nicht genügen. Da der Reis den Boden mehr er-
schöpft als die Kultur anderer Getreidearten, so erfordert be-
sonders der fortgesetzte Reisbau auf demselben Felde kräftige
Düngung, wenn die Erträge nicht zurückgehen sollen. Daß es in
China wahrscheinlich Felder gibt, die bereits einige Tausend
Jahre hintereinander Reis tragen, ist nur der sorgfältigen Dün-
gung mit Kalk, Asche, Knochen, Viehdünger, menschlichen
Exkrementen, Rückständen der Ölgewinnung, Haaren, Leim,
Teig u. a. zuzuschreiben. Auch der Japaner. düngte früher seine
Felder fast ausschließlich mit Fäkalien, Laub, gebranntem Kalk
und einer Art Guano aus Seefischen („„kass‘“), verwendet aber
heute schon erhebliche Mengen künstlichen Düngers.
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