Viertes Kapitel.
Entwicklungsten-enzen und Lntwicklungsmöglichkeiten.
Nachdem wir so einen Blick in die verschiedensten Abteilungen der
konsumgenossenschaftlichen Gütervermittlung geworfen haben, scheint
es mir nicht müßig zu sein, die Frage einmal auszuwerfen, ob die
konsumgenossenschaftliche oder eine andere Art der
Gütervermittlung in Zukunft den Vorrang bekommen wird.
Prophezeien ist nicht wissenschaftlich; wir wollen daher hier auch
nur insoweit von dem reden, was sein wird, als loir Analogieschlüsse
ziehen können und soweit wir es auf Grund der augenblicklichen Ent
wicklungstendenzen in der Gütervermittlung verantworten können.
Wir haben in den vorigen Kapiteln eine Kostenersparnis
bei der konsumgenossenschaftlichen Gütervermittlung sowohl nach
seiten der Güterbeschaffung als nach seiten der Güterverteilung
konstatieren können. Teilweise waren dieses aber nur Vorteile des
konsumgenossenschaftlichen Großbetriebs, wie wir sie in allen
gutgeleiteten Großbetrieben finden: Niedrige Einkaufspreise infolge
großer Abschlüsse, Ersparnis an Transportkosten infolge großer Be
züge, geringe Generalunkosten, da schneller Umschlag, Arbeitsteilung
usw. Zum Teil waren es Vorteile der Einkaufsver einign n-
g e n, aus die aber auch die Kleinhändler nicht zu verzichten brauchen.
Allerdings stoßen wir hier schon auf eine Schwierigkeit bei den Er
werbsgeschäften. Die Interessengegensätze der Kleinhändler erschweren
den gemeinsamen Einkauf. Ich habe das bereits früher ausgeführt.
Es wäre aber denkbar, daß die wachsende Konkurrenz der Großbetriebe
und der Konsumgenossenschaften die kleinen Händler zu größerer
Solidarität zwingen könnte. Unter dem Drucke der Konkurrenz wäre
es sogar denkbar, daß die Erwerbsgeschäfte einer Branche und eines
Ortes sich vollständig kartellierten und ein großes Unternehmen
bildeten. Die Tendenz zum Zusammenschluß ist heute allgemein
bei den Kleinhändlern zu bemerken, mag es nun sein in Einkaufs
vereinigungen, Rabattsparvereinen, Kreditgenossenschaften oder son-