Full text : Deutschlands chemische Industrie

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ist  1709  in  Berlin  geboren;  ein  Schüler  Stahls,  kehrt  er
nach  sorgfältigen  chemischen  und  pharmazeutischen
Studien  in  Frankfurt  a.  M.,  Strassburg  und  Halle  im
Jahre  1737  nach  Berlin  zurück,  wo  er  nach  kurzer  Zeit
in  die  1700,  unter  dem  Einfluss  der  jungen  geistvollen
Königin  Sophie  Charlotte,  von  Leibniz  gegründete
Königliche  Gesellschaft  der  Wissenschaften  aufgenommen
wird,  die  Friedrich  der  Grosse  später  in  die  Akademie ­
  der  Wissenschaften  und  sichönen  Künste
umwandelt.

Das  akademische  Laboratorium  liegt  in  der  heutigen ­
  Dorotheenstrasse,  die  damals  den  Namen  „Letzte
Strasse"  führte,  auf  einem  nodh  jetzt  der  Akademie
gehörigen  Grundstück.  Hier  ist  der  neue  Akademiker
in  den  Stand  gesetzt,  sich  ausschliesslich  der  experimentellen ­
  Forschung  zu  widmen.  Die  wissenschaftliche
Chemie  verdankt  Marggraf  zahlreiche  wichtige  Entdeckungen, ­
  darunter  eine  bequemere  Methode  zur  Gewinnung ­
  des  Phosphors  als  die  Brands  und  Kunkels,
aber  seine  berühmten  Untersuchungen  über  die  Zusammensetzung ­
  der  Pflanzen  sind  bestimmt,  eine  neue
Weltindustrie  ins  Leben  zu  rufen.  Es  war  die  glückliche
Friedenszeit  nach  dem  zweiten  Schlesischen  Kriege.  Der
Sieger  von  Hohenfriedberg  hatte  den  Dresdener
Frieden  geschlossen,  und  die  ersehnte  Friedenszeit  lud
ein  zu  schöpferischer  Arbeit.  Die  Untersuchungen
Marggrafs  beschäftigen  sich  mit  denjenigen  Teilen  verschiedener ­
  Pflanzen,  die  einen  süssen  Geschmack  besitzen, ­
  und  nach  mannigfachen  Studien  findet  er,  „dass
einige  dieser  Pflanzen  nicht  nur  einen  dem  Zucker  ähnlichen ­
  Stoff,  sondern  in  der  Tat  wirklichen  Zucker  enthalten, ­
  der  dem  aus  Zuckerrohr  gewonnenen  genau
gleicht."

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