Full text : Deutschlands chemische Industrie

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die  bei  niedrigen  Wärmegraden  nicht  reagieren.  Dazu
gehören  der  Kohlenstoff  und  der  Stickstoff.  Erhitzt  man
ein  Gemisch  von  Kalk  und  Kohle  im  elektrischen  Widerstandsofen, ­
  so  verbindet  sich  das  Kalzium  mit  dem
Kohlenstoff  zu  Kalziumkarbid,  das  bei  diesem  Prozess  Kalziumeine ­
  grosse  Energiemenge  aufnimmt,  die  es,  mit  Wasser  karb,tl
in  Azetylen  verwandelt,  wieder  abgibt,  wenn  wir  dessen
helleuchtende  Flamme  zu  Beleuchtungszwecken  verwenden. ­
  Die  Karbid-  und  Azetylenindustrie  hat  in  den
letzten  25  Jahren  ausserordentliche  Dimensionen  angenommen. ­

Von  weit  grösserer  wirtschaftlicher  Bedeutung  ist  stickstoffdas
  Problem  der  elektrothermischen  Bindung  des  bindung
Stickstoffs  geworden,  weil  seine  Verbindungen  in
direkter  Beziehung  stehen  zur  Ernährung  der  Völker.
Um  die  Bedeutung  dieser  Frage  zu  würdigen,  sei  es
gestattet,  ihr  etwas  näher  zu  treten.
Es  ist  bekannt,  dass  der  zur  Bildung  der  Eiweissstoffe ­
  nötige  gebundene  Stickstoff  zu  den  wichtigsten
Bestandteilen  der  Pflanzennahrung  gehört  und  ebenso
wie  Phosphorsäure  und  Kali  dem  Acker  zugeführt  werden ­
  muss,  wenn  er  auf  die  Dauer  Früchte  tragen  soll.
Daraus  erklärt  sich  der  steigende  Bedarf  der  Kulturländer ­
  an  gebundenem,  für  die  Pflanzen  assimilierbarem
Stickstoff.  Liebigs  Rat  folgend,  begann  man  in  den
fünfziger  Jahren  zu  diesem  Zwecke  den  Chilesalpeterchilesalpeter
zu  verwenden,  der  neben  dem  Guano  die  Bedürfnisse
der  Landwirtschaft  an  künstlichem  Stickstoffdünger
lange  Zeit  fast  ausschliesslich  befriedigt  hat.  Im  Jahre
1859  betrug  die  gesamte  chilenische  Ausfuhr  nur  75  000
Tonnen.  Sie  stieg  bis  zum  Jahre  1900  auf  das  Zehnfache
und  beträgt  gegenwärtig  2  Vs  Millionen  Tonnen,  wo-3*

            
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