Full text : Deutschlands chemische Industrie

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Ein  beträchtlicher  Teil  der  in  Deutschland  aus  spani-  Schwefelschen
  Schwefelkiesen  erzeugten  Schwefelsäure  wird  zur  ® ä V r . e
Herstellung  des  schon  erwähnten  schwefelsauren  Am-  gas
moniaks  verwendet.  Da  sie  aber  dem  Ammoniak  nur
als  Vehikel  dient  und  für  die  Pflanzennahrung  keine
Bedeutung  hat,  so  geht  dieser  in  Deutschland  auf  300  bis
400  000  Tonnen  Kammersäure  zu  schätzende  Anteil  volkswirtschaftlich ­
  völlig  verloren.
Nun  befindet  sich  in  den  Steinköhlengasen  reichlich ­
  so  viel  Schwefel,  dass  man  daraus  diese  ganze
Schwefelsäure  bestreiten  könnte,  wenn  man  mit  seiner
Hilfe  das  Ammoniak  direkt  in  schwefelsaures  Ammoniak
überführt.  Fast  seit  Beginn  der  Fabrikation  des  Leuchtgases ­
  hat  man,  da  es  ohnedies  entschwefelt  werden
muss,  dieses  Problem  im  Auge.  Es  scheint,  dass  es
neuerdings  durch  ein  Verfahren  von  Walther  Feld
über  die  Bildung  von  Polythionaten  in  einfacher  Weise
gelöst  worden  ist.  In  Deutschland  allein  würde  dadurch
die  genannte  Menge  Schwefelsäure  im  Werte  von  8  Millionen ­
  Mark  jährlich  erspart  werden  können.

Wenden  wir  uns  nunmehr  den  wirtschaftlichen  Er-  Technik  und
folgen  der  Chemie  des  Steinkohlenteers  zu,  so  brauchtWissenschaft
kaum  erwähnt  zu  werden,  dass  sie  in  der  Industrie  der
künstlichen  Farbstoffe  in  Deutschland  zu  den  höchsten
wissenschaftlichen  und  technischen  Triumphen  geführt
hat.  Dies  konnte  jedoch  nur  dadurch  geschehen,  dass
seit  den  Untersuchungen  A.  W.  Hofmanns  über  das
Anilin  und  seit  seiner  Entdeckung  des  Benzols  im
Steinkohlenteer  diese  Industrie  in  inniger  Verbindung
mit  der  wissenschaftlichen  Forschung  geblieben  ist.
Diese  untrennbare  Verknüpfung  der  Technik  mit
der  Wissenschaft  brachte  es  mit  sich,  dass  die  Industrie
in  ihren  Fabriken  selbst  wissenschaftliche  Laboratorien
            
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