Full text : Deutschlands chemische Industrie

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von  Höchst  und  Mainkur  einerseits  und  kurz  darauf
diejenigen  von  Ludwigshafen,  Elberfeld  und  Berlin  andererseits ­
  zu  engen  Gemeinschaften  zusammen.  Der
ersteren  schloss  sich  später  das  Biebricher  Werk 1  an.
Endlich  wurde  im  folgenden  Jahre  das  Oehlersche  Werk
von  der  1856  gegründeten  Chemischen  Fabrik  Griesheim-Elektron ­
  aufgenommen.
Der  damalige  ausländische  Vorsprung  bereitete  indessen ­
  der  jungen  deutschen  Industrie  grosse  Sorge.
In  einer  strengen  Schule  der  Arbeit  wuchs  sie  auf,  ohne
einheitlichen  deutschen  Patentschutz,  ohne  einen  Weltmarkt ­
  für  deutschen  Gewerbefleiss,  in  harter  gegenseitiger ­
  Konkurrenz  auf  beschränktem  deutschen  Absatzgebiet. ­

Aber  man  lernte  mit  bescheidenen  Gewinnen  rechnen, ­
  rationell  fabrizieren,  rastlos  verbessern  und  sparsam
Zusammenhalten,  während  weittragende  Monopole  und
grosse  Gewinne  das  Ausland  sorglos  machten.  Schon
hatte  Kekule  in  Bonn  (1867)  in  seiner  Benzoltheorie
den  Kompass  gefunden,  dem  sich  die  deutschen  Pioniere
in  dem  neuen  Gebiet  anvertrauen  konnten,  hatten  Th.
Petersen  in  Frankfurt  und  W.  Körner  in  Mailand  das
Wirrsal  der  Benzolderivate  ordnen  helfen,  und  an  die
Stelle  einer  unfruchtbaren  Nachahmungsindustrie  tritt
der  kühne  Flug  eigener  Forschung  auf  sicherer  Tragfläche ­
  wissenschaftlicher  Arbeit.  Da9  Ziel  ist  die  völlige
Verdrängung  der  natürlichen  Farbstoffe  durch  gleiche,
bessere  oder  billigere  Produkte  der  synthetischen
Chemie,  die  Schöpfung  einer  nationalen  Industrie,  die
sich  unter  deutscher  Flagge  den  Weltmarkt  erschliesst,
eingedenk  der  prophetischen,  25  Jahre  früher  ausgesprochenen ­
  Worte  Liebigs:  „Wir  glauben,  dass  morgen
oder  übermorgen  jemand  ein  Verfahren  entdeckt,  aus

Benzoltheorie ­

            
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