schäftigt sich ihr Gründer Ernst Schering mit pharma
zeutischen und photographischen Präparaten, die auf der
Pariser Weltausstellung 1855 prämiiert werden. 1858
errichtet er eine Präparatenfabrik 1 in Berlin und 1874
eine zweite in Charlottenburg.
Um diese Zeit übernimmt I. F. Holtz aus Prenz-
lau die Leitung des Unternehmens, ein Mann, der
sich um die chemische Industrie grosse Verdienste
erworben hat. So sehr ihn seine erfolgreiche Berufs
tätigkeit in Anspruch nimmt, so findet er doch Zeit,
sein Interesse und seine Arbeitskraft grossen, der All
gemeinheit dienenden Aufgaben zuzuwenden. Ein volles
Vierteljahrhundert, 1881 bis 1906, führte er den Vorsitz
Verein zur des Vereins zur Wahrung der Interessen der
Wahrungder^j lelm ; sc j ien Industrie Deutschlands, dessen Tätig-
der keit die beispiellose Entwicklung dieser Industrie m
Industrie” dieser Zeitperiode widerspiegelt. Waren es bis dahin
Deutschlandswesentlich technische und kaufmännische Fragen, mit
denen sich ider Industrielle zu beschäftigen hatte, so
traten bald zahlreiche neue Probleme auf, die auf den
Verschiedensten Gebieten ihrer Lölsung harrten. Fragen
der allgemeinen Wirtschafts- und Sozialpolitik, Fragen
der Steuer- und Zollgesetzgebung, des Patent- und
Handelsrechts, des Versicherungswesens, der Gift- und
Sprengstoffbehandlung, der Tarifierung und Detarifie-
rung, Konzessions- und Verwältungsfragen, die Schaf
fung der Berufsgenossenschäft der Chemischen Industrie
und ihre Organisation, Fragen der Ausbildung der Che
miker, die Herausgabe der Vereinszeitschrift „Die Che
mische Industrie“ und viele andere Gegenstände bil
deten die Tagesordnung der Versammlungen des Ver
eins, die in Vorstands- und Kommissionssitzungen sorg
fältig vorbereitet wurden.