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Als durch das Reichsgesetz vom 7. Juli 1884 die Berufs-
Alters- und Invalidenversicherung eingeführt wurde, trat | c e h " a °® S j"'
Holtz an die Spitze der Berufsgenossenschaft derchemischen
chemischen Industrie, dieses segensreichen Unter- Industrie
nehmens, das er mustergültig organisiert und 20 Jahre
lang als Vorsitzender verwaltet hat. Endlich ist ihm
die Deutsche Chemische Gesellschaft, deren Schatz- Deutsche
meisteramt er 30 Jahre bekleidet hat, zu besonderem chemische
Dank verpflichtet dafür, dass er den Wunsch des dahin
geschiedenen Meisters zur Ausführung brachte, im
„Hofmann-Hause“ der Gesellschaft in Berlin ein
eigenes Heim zu errichten. So opferfreudig auch die
Schüler und Freunde Hofmanns diesem Unternehmen
gegenüberstanden, so war damals doch noch nicht die
Zeit gekommen, dass die chemische Industrie solche
Summen ohne weiteres zur Verfügung, stellen konnte;
es bedurfte Vielmehr des zähen Festhaltens an dem
einmal gefassten Beschluss, das dem Andenken des
grossen Lehrers und Forschers gewidmete Werk in
schöner und würdiger Weise durchzuführen.
Das Hofmann-Haus, in dem die Sitzungen derBibliographie
Gesellschaft abgehalten werden, bildet zugleich den
Sitz der grossen chemisch-bibliographischen Organisa
tion, um die uns nicht nur das Ausland, sondern
auch andere Wissenschaften beneiden. Die „Berichte“
der Deutschen Chemischen Gesellschaft, in denen
die Originalabhandlungen der Mitglieder veröffent
licht werden, wurden nacheinander von H. Wichel
haus, F. Tiemann, P. Jacobson und R. Pschorr
redigiert. Die Seitenzahl der Berichte, die im ersten
Jahrgang (1867) 300 betrug, ist gegenwärtig auf über
5000 angewachsen. Der immer zunehmende Umfang der
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