Full text : Deutschlands chemische Industrie

1

mBmm

91

Auch  für  die  Zukunft  fehlt  es  der  chemischen  For-  Flüssige
schung  glücklicherweise  nicht  an  neuen  Zielen.  Der  Brennstoffe
fortschreitende  Verkehr  erfordert  beständig  grössere
Mengen  chemischer  Energie  in  der  bequemen  Form
flüssiger  Brennstoffe,  als  Benzin,  Benzol,  Petroleum,
Braunkohlen-  und  Steinkohlenteerölen,  zum  Treiben  moderner ­
  Motore*)  zu  Wasser,  zu  Lande  und  in  der
Luft,  die  von  der  chemischen  Industrie  beschafft  werden
müssen.  Mit  der  zunehmenden  Zahl  der  Automobile,
die  durch  die  Abschaffung  des  Pferdebetriebes  grosse
Getreideflächen  für  die  menschliche  Ernährung  freimachen, ­
  wächst  aber  auch  der  Bedarf  an  Gummi  von
Jahr  zu  Jahr,  denn  die  Unebenheiten  der  Strasse  lassen
sich  mit  den  wachsenden  Fahrgeschwindigkeiten  nur
durch  ein  elastisches  Medium  in  Einklang  bringen.  Noch
muss  Deutschland  den  Kautschukbedarf  für  seine  80  000  Künstlicher
Automobile  und  für  viele  andere  Zwecke  vom  Auslande  Kautschuk
beschaffen,**)  aber  die  wissenschaftlichen  Arbeiten  von

*)  Die  im  In-  und  Auslande  gebauten  Dieselmotore  haben
gegenwärtig  eine  Gesamtstärke  von  1  720  000  PS.,  wovon  auf
Deutschland  774  000  PS.  kommen.  (G.  Krämer,  Chem.  Ztg.,
1913,  S.  25.)  Die  Weltproduktion  an  Erdöl  ist  in  den  Jahren  1906
bis  1911  von  28,6  auf  44,5  Millionen  Tonnen  gestiegen.  Hiervon
kamen  im  Jahre  1911  auf  die  Ver.  Staaten  Amerikas  28,4,  auf
Russland  9,1  Millionen  und  7  Millionen  Tonnen  auf  alle  übrigen
Länder.
**)  An  rohem  und  gereinigtem  Kautschuk  wurden  1908  nach
Deutschland  eingeführt  14  740  Tonnen  im  Werte  von  89  Millionen
Mark,  1912  10  586  Tonnen  im  Werte  von  162,7  Millionen  Mark.  An
Kautschukwaren  wurden  ausgeführt  1908  7  775  Tonnen  im  Werte
von  45.67  Millionen,  1912  11  549  Tonnen  im  Werte  von  62,3  Millionen ­
  Mark.  (Chem.  Ind.  1913.  36.  Protokoll  der  Hauptversammlung ­
  S.  72).
            
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.