Full text : Methodische Einführung in die allgemeine Wirtschaftsgeographie

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III.  Abschnitt.

sonders  ist  das,  wie  wdr  weiter  unten  sehen  werden,  bei  denjenigen
Verkehrswegen  der  Fall,  die,  wie  unsere  Adhäsionsbahnen,  eine  starke
Abhängigkeit  von  den  Böschungswinkeln  des  von  ihnen  durchzogenen
Geländes  zeigen,  also  gerade  bei  den  wichtigsten  aller  heutigen  Verkehrsstraßen. ­

Wir  tun  daher  gut,  bei  der  Behandlung  von  Fragen  des  Landverkehrs ­
  unser  Augenmerk  zunächst  auf  die  Hindernisse  zu  richten,
welche  jene  Verlängerung  jener  geraden  Linie  zwischen  zwei  Punkten
zur  Folge  haben.  Denn  die  Berücksichtigung  dieser  Hinderungen
ist  es  in  erster  Linie,  die  uns  den  Einfluß  des  festen  Landes  auf  den
Verkehr  selbst  am  deutlichsten  erkennen  läßt.
Die  Hindernisse  des  Verkehrs  auf  dem  Festlande
sind  keineswegs  auf  die  horizontale  und  auf  die  vertikale  Ablenkung
der  geraden  Linie  zwischen  zwei  Punkten  bis  zu  der  Gestalt  der  tatsächlich ­
  zwischen  ihnen  bestehenden  Verkehrslinie  beschränkt.  Vielmehr
können  solche  infolge  des  Vorhandenseins  von  Sümpfen,  weich  -
gründigem  Boden  und  anderen  in  der  Zusammensetzung  des  Untergrundes ­
  beruhenden  Unzuträglichkeiten  gegeben  sein.  Am  häufigsten
sind  sie  in  den  die  Verkehrslinien  kreuzenden  Wasserläufen  gegeben.
Ist  auch  in  all  diesen  Fällen  die  durch  solche  Flachhindernisse  verursachte ­
  Ablenkung  nur  gering  oder  unter  Umständen  überhaupt  nicht
vorhanden,  so  wirken  sie  in  wirtschaftlicher  Hinsicht  doch  gerade  so
ungünstig  wie  eine  etwaige  Verlängerung  des  Verkehrsweges,  denn
auch  sie  verteuern  infolge  der  durch  sie  verursachten  Verteuerung
der  technischen  Verkehrsanlagen  den  Betrieb  bzw.  die  Kosten  des
Transports.
Beispiel:  Wie  umständlich  die  Anlage  eines  Verkehrsweges  durch  solche  hier
als  Flachhindernisse  bezeichneten  Erscheinungen  werden  kann,  zeigt  sich  namentlich
in  der  Tropenzone,  ganz  besonders  aber  in  den  regenreicheren  Teilen  dieser  Erdgegenden. ­
  So  betont  v.  Bockelmann  von  der  von  Deli  in  das  Innere  von  Sumatra
führenden  Eisenbahn,  die  im  allgemeinen  ebenes  Gelände  durchzieht,  daß  die  beim
Bau  zu  überwindenden  technischen  Schwierigkeiten  vornehmlich  im  Aufschütten  von
Dämmen  durch  die  oft  unergründlichen  Mangrovesümpfe  und  in  der  Ueberbrückung
nicht  weniger  Gewässer  lagen.  Mißt  doch  die  längste  Brücke  dieser  Bahn,  die  über
den  Kwala  Deli,  380  m,  die  in  23  Spannungen  überwunden  werden.  Man  bedenke
auch,  daß  gerade  in  den  Tropen  und  besonders  in  den  Monsungebieten  der  Gegensatz ­
  zwischen  der  trocknen  und  der  nassen  Zeit  so  groß  ist,  daß  selbst  kleine
Wasserläufe  häufig  ein  sehr  ausgedehntes  Ueberschwemmungsgebiet  besitzen,  und
daß  infolgedessen  die  Länge  der  Brücken  selbst  über  Bäche  und  Flüßchen  recht
bedeutend  ist.
Auch  bei  uns  kann  die  Notwendigkeit,  zahlreiche  Brücken  anzulegen,  sogar  in
der  Ebene  unbequem  werden.  So  sind  selbst  im  nordostdeutschen  Flachlande  die
westöstlich  gerichteten  Bahnlinien  zur  Benutzung  zahlreicher  Flußübergänge  genötigt.
Denn  während  auf  der  Strecke  Berlin—Stettin  nur  auf  je  33,7  km,  auf  der  von
Berlin  nach  Stralsund  nur  auf  je  28  km  eine  Brücke  zu  überschreiten  ist,  ist  dies
auf  der  Bahnlinie  Stettin—Danzig  schon  auf  je  17,5  km,  auf  der  Linie  Stettin—Posen
sogar  auf  je  15,7  km  der  Fall.
Es  sind  denn  auch  die  in  der  Ebene  sich  der  geraden  Wegerichtung ­
  entgegenstellenden  Hindernisse  selten  die  Ursache  stärkerer
Abweichungen  von  der  geraden  Linie.  Wo  diese  dennoch  in  größerem
Umfange  vorhanden  sind,  da  pflegen  sie  die  Folge  der  Lage  der  zu
berührenden  Städte  zu  sein.  Wie  außerordentlich  günstig  ebene  Gestaltung ­
  des  Geländes  auf  die  modernen  Verkehrswege,  also  insonderheit ­
  auf  die  Eisenbahn,  wirkt,  zeigt  sich  namentlich  in  der  oberdeutschen ­
  Tiefebene,  die  in  dieser  Hinsicht  sogar  das  norddeutsche
Flachland  übertrifft.  Denn  hier,  im  ostelbischen  Eisenbahngebiet,
            
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