Full text: Handbuch der vergleichenden Statistik der Völkerzustands- und Staatenkunde

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OESTEREEICH — Land und Leute (Confessionen). 
Geschlechts* und Familienzahl (nach Reden) : 
Provinzen Familien Männlich Weiblich 
Deutsche 2’860,089 5’810,077 6’38C,490 
Nichtdeutsche 5’339,812 11’658,175 ir921,098 
— Militär 738,624 
Zusammen 8’199,901 18’206,876 18’307,588 
Auf die Familie sollen in den deutschen Provinzen 4,2G, in 
den übrigen Landestheilen 4,41, irn Durchschnitte 4,36 Köpfe kommen. 
Eine aus dem Jahre 1841 herrührende Berechnung ergab durclisclmitt- 
lich 4,78, mit folgenden Abweichungen: 
in Ungarn 4,26 in Steiermark 5,00 
im Küstenlande 4,32 - der Lombardei 5,11 
in Böhmen 4,34 - Venedig 5,17 
- Galizien 4,34 - Siebenbürgen 5,71 
- Wien 4,39 - Dalmatien 6,03 
- Mähren 4,43 - der Mil.-Orenze 9,25 
- Oberösterreich 4,59 
Alle diese Berechnungen ermangeln indess der Verlässigkeit. 
Confessionen. Römische Katholiken, in allen Hauptländern 
die Mehrzahl, Siebenbürgen ausgenommen, ungefähr 26’400,000. Grie 
chische Katholiken 3700,000 (wovon 2700,000 in Galizien). Ortho 
doxe Griechen 3700,000 (davon 1’400,000 in Ungarn, 725,000 in 
Siebenbürgen, 600,000 in der Militärgrenze, 300,000 in Galizien, 
80,000 in Dalmatien). Protestanten 3% Mill. ; nämlich 2’200,000 
Reformirte (1700,000 in Ungarn, 360,000 in Siebenbürgen, 52,000 
in Böhmen etc.) und 1’300,000 Lutheraner (davon 830,000 in Ungarn, 
220,000 in Siebenbürgen, 90,000 in Mähren, 35,000 in Böhmen). 
60,000 Angehörige anderer christlicher Secten. Etwa 800,000 Juden. 
' Die katholische Kirche ist in jeder Beziehung die bevorzugte, 
ln ganzen Provinzen (Tirol) werden Protestanten nicht einmal geduldet. 
Selbst das vielfach angefeindete „Toleranzedict“ Joseph des II. pro- 
clamirte blos ein Dulden der Akatholiken, unter Verweigerung 
der Rechtsgleichheit. Noch gegen die Mitte unseres Jahrhunderts sah 
man die Verdrängung der Zillerthaler ihres kirchlichen Glaubens 
wegen. Die in Folge der Revolution von 1848 verkündete Rechts 
gleichheit ward schnell wieder beseitigt; besonders empfanden dies 
die Juden. Das Concordat von 1855 räumt der katholischen Geist 
lichkeit ungemeine Befugnisse ein. Unter solchen Verhältnissen kann 
es um so weniger Wunder nehmen, wenn die orthodoxen Griechen 
(wie schon früher versichert ward) den Czaar, als ihr religiöses Ober 
haupt, in ihre Kirchengebete einschliessen sollen. 
Städte. Die Bevölkerung Oesterreichs bewohnt 70,513 Gemein 
den, nämlich 887 Städte, 2318 Marktflecken und 67,308 Dörfer. Nur 
5 Städte zählen mehr als 100,000 Einw. Nach der Aufnahme von 
1853: Wien 431,147 (im Jahre 1754: 175,609; 1780 : 202,044- 
1816 : 245,080; 1820: 262,226; 1837: 333,582 [wovon 53,450 
auf die innere Stadt, 280,132 auf die 34 Vorstädte, ungerechnet das 
Militär], 1843: 375,834; 1854, ohne Garnison, 431,889); — Mailand 
168,596, Prag 118,405, Pesth 106,379, Venedig 106,353 (1851 noch
	        
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