fullscreen: Recht der Schuldverhältnisse (Bd. 2)

‚384 VII Abfnitt: Einzelne Sohuldverhältnifie. 
ähnlichen Veranftaltung (bisweilen unter Mitwirkung des Spieler8, 3. VB. bei einem 
ED reiskegelfcheiben oder Stkatturnier, val. Urt. d. DLO®. Dresden vom 
3. Sebruar 1904 Ripr. d. VLG. Bd. 9 S. 12 ff.) einen Gewinn zu machen; beiteht der 
Gewinn in Geld, fo liegt eine Lotterie im engeren Sinne vor, befteht er in 
ınderen (beweglichen oder unbeweglichen) Sa {fo {pridht man von einer Aus= 
Ipielung (vgl. Dernburg $ 214, I, Endemann | & 188 DT 1, RON.-Komm. Bem. 1, 
Schollmeyer S. 168 Anm. 2, Kuhlenbeck Note 2 und 3, Sifcher-Genle Note 1 und 2, 
Staudinger, Vorträge S. 552, Brunabend S. 13 ff, Ieß a. a. D., RÖES, in StS. Bd. 28 
5. 238, Bd. 29 S. 66, Urt. d. DLG. Hamburg vom 21. Dezember 1901 Kipr. d. DLG. 
Bd. 4 S. 232 ff.: 1. auch die Kommentare zu S 286 St®B., insbe]. Niedel-Sutner, 
Komm. 3%. bayr. BStSGOB., 7. Aufl. Bem. 3 und 7 zu S 286 St@B., ferner. Landmann, 
Romm. 3. Gew... 5. Aufl. Bd. 1 Bem. 4 zu 8 56, c und die dafelbit erwähnten 
Snt/cheidungen). 
a) Der Totalifator ift keine Lotterie, Fällt vielmehr unter die Aategorie des 
Spieles (Urt. d. DLSG. Hamburg vom 21. Dezember 1901 Ripr. d. YDLG. 
Bd. 4 S. 232 ff.; |. Bem. IN, 1, b, « zu 8 762 (and. AUnf. Blank Bem. 2, a); 
a8 gleiche gilt von der jog. Rartenlotterie (auch „®ottes Segen bei 
Cohn“ genannt) und vom Lotto (MOGE. in StS. Bd. 12 S. 388 ff. 
Bd. 18 S. 342 ff}. 
Bweifelhaft und bhef*ritten ift die rechtlidhe Natur des fog. „Hydras 
[9item8“ (au „®ella=“, „Schneeball=“, „Outichein=“, „Multiplexfyftem“ 
genannt). *) € fritt gewöhnlidh in der Form auf, daß der Unternehmer 
dent Käufer eines Coupon8 die Lieferung einer den Kaufpreis des Coupons 
an. Wert erheblich überjteigenden Ware verfpricht, fallS der Käufer eine 
beftimmte Anzahl folder Coupons an Dritte abfebt, und Ddiefe ueuerdinas 
von dem Unternehmer Coupon3 EN weiteren ÄblabeS erwerben. Das 
KeichSgericht hat in wiederholten Entfcheidungen ein derartige8 Unternehmen 
1(8 Ausfpielung und daher nach Maßgabe des S 286 St@B, {trafbar erklärt 
‚Urt. vom 14. Gabrnnı 1901, 11., 15. und 17. Oktober 1901, ROSE. in StS. 
Bd. 34 S, 140 ff., 321 ., 390 f., 403 M.; f. aud ROS, in ZS. Bd. 60 
S. 379 ff. und Iur. Wichr. 1902 S, 298), ebenfo EN einer Mitteilung 
StanbZ in D. Iur.3. 1901 S. 250) eine Berliner Straflammer, ferner Urt. 
d. Oberit. LS. Münden vom 2. Iuli 1901, KReger, Entich. d. Ger. und 
erw. Bd. 23 S. 307 ff., während nach der gleidhen Mitteilung) eine andere 
Berliner Straffammer und das Schwurgeridht Bayreuth, ferner das bayr. 
Dberft. LS. mit Befehl. vom 18. Februar 1901 (Bl. f. RA. Bd. 66 S. 161 ff.) 
and das Amtägericht 1 Berlin mit Befhluß vom 18. Mai 1901 (D. Iur,3. 
1901 S, 288) den entgegengefeßten AOL vertreten haben. Der reichs- 
Er Anfchauung haben fih angefdloffen Lehmann, Braun, Spohr, 
Singer a. a. O., Landmann, Romm. 3. SGem.©. Bem. 4 zu S 56, c, 
Binding, Lehrb. d. Strafr., be]. Teil 1. Bd. 2. Aufl. S. 411 fe entgegen: 
getreten find ihr Staub und Liszt a. a. ©. Im SGinblik darauf, daß 
insbelondere für die weiteren Wonehmer) die Ent}hHeidung darüber, ob der 
Anfpruch auf die Ware zur Entitehung gelangt, in der Hauptfache vorn um- 
berechenbaren Faktoren, alfo vom Bufall abhängt, dürfte die Auficht des 
KeichSgerichts den Vorzug verdienen, 
nter Unftänden wird übrigens einem foldhen Unternehmen auch 
auf Grund des 8 4 des Gef. zur Bekämpfung des unlauteren Wettbewerbs 
vom 7. Juni 1909 Etpegengeizeten werden fönnen vol. das von Örofchuff 
a. a. ©. ermähnte Urt. d. Kammerger. vom 9. Mai 1901). 
SHinfichtlih der StempeIptlicht folder SGejdhäfte 1. unten Bem. 8. 
Eine Wbart der Lotterie {it die (insbefondere für die preußiiche Staatslotterie 
»ngeführte) KAlaffenlotterie, bei der diefelbe Nummer in mehreren 
Biehungen mitfpielt und der Nbnehmer berechtigt ilt, gegen Entrihtung einer 
weiteren Prämie ein ErneuerungsSivs über diefelbe Nummer für die niit 
böberen Geminnen dotierte fvyätere Lo8ziebung zu erwerben val. Dernbura 
C) 
*) Bal. zu diefer Frage: $. Staub und LisSzt, It das jog. Hydrajyftent eine 
Hrafbare Yusfpielung? Zwei Kechtagutachten, D. Iur.3. 1901 S. 193 fli.; Grofhuff, 
»benda S. 277 ff.; Lehmann, Sit daS fog. Hydrafyltenı eine firafbare Ausipielung ? ebenda 
S, 328; Finger und Liszt, Fit da3 og. Gydrafyjtem eine firafbare Ausfpielung ? ebenda 
S. 408 ff.; Braun und Spohr, Ein legte3 Wort zur GHydrafrage, ebenda S. 452 ff.; 
Braun, Sit da8 fog. GHydrafyftent eine {irafbare Ausjpielung? MNecht 1901 S, 400 ff. ; 
Stadelmayer, Das Hydraiyjtenr, Kecht 1902 S. 137 ff.; f. au D. Jur.3. 1901 S. 250, 
Dernburg 8 214 Ynm. 5 und die dafelbit erwähnten Entidheidungen.
	        
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